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Studie: Gravierende Mängel beim Essen in Krankenhäusern | BR24

© Jochen Tack/dpa/imageBROKER

Immer mehr Krankenhäuser bieten ihren Patienten Tiefkühlkost statt selbst gekochtem Essen an - weshalb die Qualität zusätzlich leidet.

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    Studie: Gravierende Mängel beim Essen in Krankenhäusern

    Das Essen in deutschen Kliniken hat offenbar zu Recht keinen guten Ruf - das zeigt eine Studie des Deutschen Krankenhausinstituts. Eine Ursache ist laut Experten, dass für die Verpflegung der Patienten immer weniger Geld ausgegeben wird.

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    Verkocht, geschmacklos und oftmals ungesund: Eine Studie des Deutschen Krankenhausinstituts legt gravierende Mängel beim Essen in deutschen Kliniken offen. Das liege unter anderem daran, dass Krankenhäuser immer weniger Geld für die Verpflegung ihrer Patienten ausgeben. Im Jahr 2018 wurden im Schnitt 3,84 Euro pro Tag und Patient investiert. 2005 seien es noch 4,45 Euro gewesen. Allerdings muss berücksichtigt werden, dass die Preise für Lebensmittel im gleichen Zeitraum stark gestiegen sind.

    Krankenhausküchen sind im Schnitt 29 Jahre alt

    "Die schwierigen finanziellen Rahmenbedingungen der Krankenhäuser treffen die Küchen besonders hart", sagt Karl Blum vom Deutschen Krankenhausinstitut. In vielen Krankenhausküchen gebe es zudem einen hohen Investitionsstau - im Durchschnitt seien sie 29 Jahre alt. Doch lediglich ein Drittel der Krankenhäuser will in den kommenden drei Jahren investieren. "Die Küche steht im Vergleich zu anderen Krankenhauskosten nicht an erster Stelle der Prioritäten", so Blum.

    Eine ARD-Stichprobe in einem Berliner Krankenhaus hat ergeben, dass Patienten nicht das Essen erhalten, was für ihre Genesung förderlich wäre. Vitamine und andere Nährstoffe waren nicht ausreichend und der Salzgehalt viel zu hoch gewesen.

    Keine verpflichtenden Qualitätsstandards

    Dabei hat die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) für Krankenhauskost Qualitätsstandards entwickelt. Demnach sollten täglich mehrmals Gemüse und Obst und zweimal wöchentlich Fisch auf dem Speiseplan stehen. Aber diese Standards sind weder einheitlich noch verpflichtend und auch Qualitätsprüfungen finden nur selten statt. Lediglich vier Prozent der rund 2.000 Krankenhäuser in Deutschland haben sich von der DGE zertifizieren lassen.

    Stattdessen gehe der Trend zu mehr Zentralisierung, vor allem zu Großküchen, die mehrere Standorte beliefern. Außerdem bestünden die Gerichte häufiger aus Tiefkühlkost, die dann nur noch erwärmt werde. 65 Prozent der Krankenhausküchen werden laut der Studie noch in Eigenregie betrieben, 2005 waren es demnach 80 Prozent.

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