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Die meisten Flüchtlinge aus Syrien und Eritrea haben ihre wichtigsten Bezugspersonen in Deutschland, so eine Studie. Dazu wurden 1.500 Männer und Frauen aus Syrien und Eritrea befragt, die in Deutschland Asyl bekommen haben.

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Studie: Geflüchtete zufriedener bei Kontakt mit Deutschen

Viele Geflüchtete haben in den letzten Jahren in Deutschland soziale Kontakte aufgebaut. Die meisten haben vier bis fünf Bezugspersonen. Dabei sind Geflüchtete deutlich zufriedener, wenn sie auch zu Deutschen Kontakt haben, so eine Studie.

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Von
  • Ulrike Lefherz

Die meisten Flüchtlinge haben ihre wichtigsten Bezugspersonen in Deutschland. Dabei sind sie insgesamt deutlich zufriedener, wenn auch Deutsche zu ihrem Bekanntenkreis gehören, so eine Studie des Bundesamtes für Migration und des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung. Zum ersten Mal überhaupt wurden soziale Netzwerke von Geflüchteten untersucht. Dazu wurden 1.500 Menschen aus Eritrea und Syrien befragt, die in den letzten Jahren in Deutschland Asyl bekommen hatten.

Wissenschaftler überrascht: Geflüchtete haben soziales Netz

Damit hatten die Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen nicht gerechnet: 85 Prozent der in den letzten Jahren nach Deutschland Geflüchteten verfügen hierzulande über ein soziales Netz. Zu diesem gehören meistens vier bis fünf Menschen, mit denen wichtige Angelegenheiten besprochen und die Freizeit verbracht wird. Dabei stammt die Mehrheit dieser Bezugspersonen ebenfalls aus dem Ausland, so die Studie. "Kontakte zu Deutschen sind noch relativ selten", sagt Katrin Hirseland vom Forschungszentrum des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge in Nürnberg (BAMF).

Kontakt zu Deutschen gewünscht

Je mehr Bekannte es außerhalb der eigenen Familie gibt, desto besser gehe es den Menschen, so die Wissenschaftler. Dabei seien Geflüchtete mit Kontakt zu Deutschen signifikant zufriedener als andere, heißt es in der Studie. Etwa 20 Prozent der Befragten haben Deutsche über ehrenamtliche oder professionelle Hilfe kennen gelernt. Geflüchtete müssten noch mehr dabei unterstützt werden, Kontakte zu Einheimischen zu knüpfen, so die Studienmacher.

Zwei Drittel der Geflüchteten sind zufrieden in Deutschland

Insgesamt gaben 63 Prozent der Befragten an, mit dem Leben in Deutschland zufrieden zu sein. Etwa ebenso viele sind auch mit ihrem Freundes- und Bekanntenkreis zufrieden. Syrerinnen und Syrer haben der Studie zufolge deutlich mehr Bezugspersonen in der eigenen Familie als Menschen aus Eritrea. Das liegt daran, dass sich Menschen aus Eritrea deutlich öfter alleine auf den Weg gemacht haben.

Mehr Kriegsflüchtlinge in Deutschland

In den vergangenen zehn Jahren seien 13 Millionen Ausländer nach Deutschland zugewandert. Acht Millionen hätten das Land aber auch wieder verlassen, sagt der Direktor des Bundesinstituts für Bevölkerungsentwicklung, Norbert Schneider. Unterm Strich seien seit 2011 fünf Millionen Ausländer neu nach Deutschland zugewandert. Menschen aus Kriegsgebieten des Nahen Ostens und Afrika machten derzeit ein Viertel davon aus.

Menschen aus Syrien und Eritrea zu Lebensumständen befragt

Für die Studie wurden Menschen aus Syrien und Eritrea beispielhaft erstmals zu ihren Lebensumständen befragt. In ganz Deutschland leben derzeit nach Angaben des Bundesamtes für Migration 790.000 Menschen aus Syrien. Sie bilden damit die drittgrößte Gruppe von Ausländern. Aus Eritrea haben 74.000 Menschen in den letzten Jahren in Deutschland Asyl bekommen. Sie sind nach Zugewanderten aus Marokko die zweitgrößte Migrantengruppe aus Afrika.

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