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Studie: Eltern mit geringerer Bildung haben kränkere Kinder | BR24

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Kinder von Eltern mit geringer Bildung leiden laut einer Studie der Krankenkasse DAK eher an Karies, Übergewicht oder Sprachstörungen als andere. Sie sind demnach bis zu dreimal häufiger von bestimmten Erkrankungen betroffen als Akademiker-Kinder.

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Studie: Eltern mit geringerer Bildung haben kränkere Kinder

Kinder von Eltern mit geringer Bildung leiden laut einer Studie der Krankenkasse DAK eher an Karies, Übergewicht oder Sprachstörungen als andere. Sie sind demnach bis zu dreimal häufiger von bestimmten Erkrankungen betroffen als Akademiker-Kinder.

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Sehr deutlich würden die Unterschiede etwa bei Fettleibigkeit: Davon sind der Studie zufolge Kinder von Eltern ohne Ausbildungsabschluss im Alter zwischen fünf und neun Jahren bis zu 2,5 Mal häufiger betroffen als Kinder von Akademikern. So hätten von 1.000 Kindern bildungsarmer Eltern 52 ein krankhaftes Übergewicht. Bei Akademikerkindern seien es hingegen nur 15 Jungen und Mädchen unter 1.000.

Bildungsferne endet im Krankenhaus

Bei Karies gibt es laut Studie in Familien mit geringer Bildung 2,8 Mal so viele Fälle wie beim Nachwuchs von Akademikern. Sprach- und Sprechprobleme treten bei Kindern von Eltern ohne abgeschlossener Ausbildung um 45 Prozent häufiger auf. Bei der Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Störung ADHS gebe es einen Unterschied von 44 Prozent. Ferner gebe es bis zu 68 Prozent mehr Krankenhausaufenthalte dieser Kinder und es seien bis zu 43 Prozent mehr Arzneimittel verschrieben worden.

Das Einkommen ist nicht entscheidend

Der Report ergab auch, dass das Bildungsniveau der Familie deutlich größere Auswirkungen auf die Kindergesundheit haben als Einkommensunterschiede. Besonders gefährdet seien Kinder suchtkranker Eltern. Der Anteil von psychischen Erkrankungen ist der Studie zufolge bei diesen Kindern stark erhöht: Depressionen sind bei ihnen um 80 Prozent häufiger als bei unbelasteten Kindern, ADHS um 70 Prozent und Schulangst um 50 Prozent häufiger.