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Elektrischer Tretroller in der Stadt
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Elektrischer Tretroller in der Stadt

Wer künftig mit einem elektrischen Tretroller durch die Stadt brausen möchte, braucht dafür wohl mindestens einen Mofa-Führerschein. Außerdem herrsche für Kraftfahrzeuge mit einer Höchstgeschwindigkeit von mehr als zwölf Stundenkilometern Versicherungspflicht, wie aus einer am Montag veröffentlichten Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Grünen-Fraktion hervorgeht. Durch eine Versicherungsplakette für "Elektrokleinstfahrzeuge" solle die Haftpflichtversicherung nachgewiesen werden.

E-Scooter: Nicht schneller als 20 Stundenkilometer

Weiter plant die Regierung, die Tretroller überwiegend auf Radwegen fahren zu lassen. Um die Geschwindigkeitsunterschiede zu Fahrrädern möglichst gering zu halten, sollen die Elektrokleinstfahrzeuge, zu denen etwa auch Hoverboards gehören, je nach Bauart maximal zwölf bis 20 km/h schnell fahren dürfen. Bisher ist das Fahren mit den elektrischen Rollern auf öffentlichen Straßen und Wegen verboten. Wann diese Kick-Scooter in Deutschland zugelassen werden, ist noch unklar - es wird aber damit gerechnet, dass die Erlaubnis des Bundesverkehrsministeriums 2019 kommen wird. Viele politische und juristische Stationen muss die geplante Verordnung zu "Elektrokleinstfahrzeugen" noch passieren.

Kritik an zu strikten Vorgaben

Geplant war bisher auch, dass die Elektro-Roller eine Lenkstange, zwei Bremsen und einen Blinker haben. Weil es aber viel Kritik wegen einer möglichen Überregulierung gab, steht die endgültige Regelung offenbar noch nicht fest. Der Entwurf könne sich noch ändern, räumte das Ministerium auf Anfrage ein. Der Grünen-Bundestagsabgeordnete Matthias Gastel erklärte dazu: "Die Bundesregierung hat möglicherweise gemerkt, dass sie mit ihrem restriktiven Verordnungsentwurf eine Entwicklung ausbremst, die eine Chance für die notwendige Verkehrswende darstellt. Nun kommt es darauf an, dass sie ihren Verordnungsentwurf gründlich überarbeitet und von überzogenen Vorgaben befreit."

In anderen Ländern rollt das Geschäft bereits

Während in Deutschland seit Jahren über die Zulassung von elektrischen Tretrollern gestritten wird, gibt es in anderen Ländern wie beispielsweise den USA oder Russland bereits einen harten Wettbewerb unter den verschiedenen Anbietern. Diese verkaufen die Roller teils an Privatleute, teils gibt es aber auch Roller-Sharing, wie es die Deutschen von den zahlreichen Leihfahrradanbietern kennen.

Bamberg will E-Scooter testen

Die Roller locken auch die Autoindustrie: Während BMW im Ausland schon einen E-Tretroller im Angebot hat, will die Daimler-Tochter Mytaxi noch dieses Jahr ins Verleihgeschäft einsteigen. Das fränkische Bamberg will den Roller-Verleih für den US-Anbieter Bird als erste deutsche Stadt per Sondergenehmigung erlauben. Geplant sei, von Frühjahr an 100 E-Scooter in der fränkischen Universitätsstadt zu verteilen, die sich Nutzer nach einer Anmeldung beim Hersteller per Smartphone leihen können, teilten die Firma Bird und die Stadt Bamberg mit.

Tretrollerfahrer

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