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Streit um Sparpläne bei der Flüchtlingsversorgung | BR24

© picture alliance/Wolfgang Kumm/dpa

Geplante Kürzungen von Bundesfinanzminister Olaf Scholz bei Flüchtlingsmitteln stoßen auf Widerstand der Länder.

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    Streit um Sparpläne bei der Flüchtlingsversorgung

    Bundesfinanzminister Scholz will offenbar bei den Flüchtlingsmitteln sparen. Die CDU-Ministerpräsidenten Laschet und Bouffier reagieren verärgert. Letztgenannter erwartet "erhebliche Diskussionen" der Länder und Kommunen mit dem Bund.

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    Geplante Kürzungen von Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) bei den Flüchtlingsmitteln stoßen auf heftigen Widerstand der Länder und Kommunen. "Der Vorschlag des Bundesfinanzministers ist indiskutabel", sagte der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet der "Rheinischen Post".

    "Wer den Kommunen die Erstattung der flüchtlingsbedingten Kosten der Unterkunft streichen will, provoziert Steuererhöhungen in den Kommunen wegen der Flüchtlinge und zündelt damit an dem Konflikt, den wir gerade mühsam befrieden konnten." Armin Laschet (CDU), Ministerpräsident Nordrhein-Westfalen

    Laschet forderte Scholz auf, den gesellschaftlichen Zusammenhalt im Blick zu behalten. Das sei nur zu erreichen, wenn der Bund seiner Verantwortung gerecht werde und Länder und Kommunen angemessen bei der Daueraufgabe Integration unterstütze.

    Bouffier kritisiert Scholz für geplante Kürzung der Flüchtlingsmittel

    "Wer in diesen Zeiten bei der Integration kürzt und hoch verschuldete Kommunen mit sozialen Brennpunkten alleine lässt, hat jede Sensibilität für gesellschaftliche Prioritäten verloren", sagte der CDU-Politiker. Auch der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) beklagte, eine von Scholz geplante Flüchtlingspauschale sei zu gering. Der Bundesfinanzminister versuche, sich zulasten der Länder davonzustehlen, sagte Bouffier. "Ich gehe davon aus, dass es hier noch zu erheblichen Diskussionen zwischen Ländern und Kommunen auf der einen Seite und dem Bund auf der anderen Seite kommen wird."

    Kommunen fordern mehr Geld für Flüchtlinge

    Die Kommunen warnten, eine Kürzung der Flüchtlingsmittel gefährde den Integrationserfolg. Mittel- und langfristig würden die gesamtgesellschaftlichen Folgekosten kurzfristige Einspareffekte deutlich übersteigen, sagte der Hauptgeschäftsführer des Städte- und Gemeindebundes, Gerd Landsberg, der "Rheinischen Post".

    "Anstelle jetzt Einsparüberlegungen anzustellen, wäre es vielmehr notwendig, die Kommunen zusätzlich auch bei den Kosten für die Geduldeten zu entlasten. Gerd Landsberg, Hauptgeschäftsführer des Städte- und Gemeindebundes

    Bislang fehle für diese Gruppe eine Finanzierungsregelung, erklärte der Geschäftsführer des Kommunalverbands.

    Scholz will Flüchtlingsmittel eindampfen

    Laut einem Bericht der "Bild"-Zeitung will Bundesfinanzminister Scholz im kommenden Jahr eine sogenannte Flüchtlings-Pauschale von insgesamt 16.000 Euro für fünf Jahre einführen, die sinkt, je länger ein Asylbewerber in Deutschland lebt. Im Jahr der Ankunft soll der Bund demnach 6.000 Euro pro Flüchtling an die Länder überweisen, im zweiten Jahr 4.000 Euro und in den Folgejahren noch jeweils 2.000 Euro. Dadurch würden die Flüchtlingskosten des Bundes von derzeit jährlich 20 Milliarden Euro auf 16 Milliarden Euro sinken.