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Streit um regionale Fahrverbote in Österreich geht weiter | BR24

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Tirol erschwert den Güter-Transitverkehr via Lkw. Tirols Landeshauptmann Günther Platter hat sich diverse geplante Verkehrsmaßnahmen in Brüssel absegnen lassen. Auch im Bundesland Salzburg drohen Beschränkungen.

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Streit um regionale Fahrverbote in Österreich geht weiter

Tirol erschwert den Güter-Transitverkehr via Lkw. Tirols Landeshauptmann Günther Platter hat sich diverse geplante Verkehrsmaßnahmen in Brüssel absegnen lassen. Auch im Bundesland Salzburg drohen Beschränkungen.

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Die Tiroler Landesregierung wird das sogenannte sektorale Lastwagen-Fahrverbot auf der Inntalautobahn zwischen Langkampfen im Bezirk Kufstein und Ampass bei Innsbruck ausweiten. "Wir behalten unsere Position bei. Die Frächter und Verkehrsminister von Italien und Deutschland können noch so laut schreien, wir werden das durchsetzen", sagte Landeshauptmann Günther Platter.

Auch Güter vom Verbot betroffen

Auch die Liste der Güter, die nicht mehr auf Tirols Straßen transportiert werden dürfen, wird verlängert, unter anderem um Papier und Zement. Außerdem wird die Euro 6-Klasse der Lkw mit eingebunden; nur Fahrzeuge mit der neuesten und schadstoffärmsten Lkw-Klasse, der Euro 6 Klasse D, werden weiter durch Tirol fahren dürfen.

Aber die 6-er Klasse Lkw A, B und C nicht mehr. Die Verschärfung des sektoralen Fahrverbots kündigte Platter für 1. Januar 2020 an. Bereits ab Oktober dieses Jahres sollen Lkw der Euro Klasse 4 nicht mehr durch Tirol fahren dürfen.

Einheimische Lkw nicht betroffen

Nicht betroffen vom sektoralen Fahrverbot sind die einheimischen Lkw, so Platter. Er kündigte außerdem eine Verschärfung des Nachtfahrverbots an; auch an der Lkw-Blockabfertigung wolle man, nach Absprache mit Brüssel, weiter festhalten. In Sachen Fahrverbote auf Landstraßen werde heute mitgeteilt, wie eventuelle Fahrverbote in den Bezirken Kufstein und Reutte aussehen werden.

Auch Salzburg denkt an Beschränkungen

Unterdessen will auch das Bundesland Salzburg gegen den Ausweich-Verkehr vorgehen. Zwischen dem 13. Juli und 18. August können auf der Tauernautobahn (A10) bei Bedarf erstmals einzelne Autobahnabfahrten komplett gesperrt werden oder nur für den Ziel- und Quellverkehr offen bleiben. Mit der Maßnahme sollen Touristen auf der Autobahn gehalten und die Anrainergemeinden entlastet werden.

Am vergangenen Wochenende waren im Raum Innsbruck erstmals verschiedene Ausweichrouten für den Transitverkehr gesperrt worden. Rund 1.000 Autofahrer waren auf die Autobahn zurückgeschickt worden. Wegen der Sperren plant das deutsche Bundesverkehrsministerium eine Klage gegen Österreich.