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Blick aus dem Flugzeug auf die Bucht von Palma de Mallorca.

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    Mallorca erlaubt, Ostsee nicht: Streit um Osterurlaub

    Die Kritik an der Tourismuspolitik der Bundesregierung nimmt zu, besonders seit die Balearen nicht mehr als Risikogebiet gelten und Rückkehrer keine Tests oder Quarantäne brauchen. Zu Wort meldet sich auch Bayerns Wirtschaftsminister Aiwanger.

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    Von
    • Gerhard Brack

    Der bayerische Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) fordert von der Bund-Länder-Schalte zum weiteren Vorgehen in der Corona-Pandemie am Montag "ein klares Signal für Osterurlaub in Deutschland". Das Ostergeschäft sei für viele "der letzte rettende Strohhalm", sagte Aiwanger den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Tausende Betriebe stünden finanziell und emotional mit dem Rücken zur Wand, "da darf die Politik nicht mehr länger zusehen", forderte Aiwanger. Auch aus Sicht des Infektionsschutzes halte er Urlaub in Bayern für besser als auf Urlaubsinseln im Süden mit diversen zusätzlichen Kontakten.

    Dehoga: "Das kann niemand verstehen"

    In dieselbe Kerbe schlug die Hauptgeschäftsführerin des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga), Ingrid Hartges. Sie sagte, es sei "für keinen Hotelier nachvollziehbar, warum man auf Mallorca Urlaub machen darf, aber nicht an der Ostsee oder Nordsee. Das kann niemand verstehen - und ich kann es auch niemandem erklären". Schließlich gebe es auch an der deutschen Küste zum Teil niedrige Inzidenzwerte. Die Branche habe keine Öffnungsperspektive bekommen, obwohl Hotels nicht als Pandemietreiber gelten. Wut, Verzweiflung und Existenzängste in der Hotellerie und Gastronomie wachsen nach ihren Worten "dramatisch".

    Schwesig fordert Möglichkeit für Urlaub im Inland

    Unterstützung erhält die Branche von Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD). Auch sie hatte rasche Entscheidungen zum Tourismus in Deutschland angemahnt. "Wir werden über Ostern reden müssen", sagte sie mit Blick auf die bevorstehenden Bund-Länder-Beratungen. "Ich glaube, dass es schwer vermittelbar ist, dass die Bundesregierung einerseits jetzt wieder Urlaub in anderen Ländern freigegeben hat, zum Beispiel Urlaub auf Mallorca, und gleichzeitig kein Urlaub im eigenen Bundesland möglich ist.

    Nach einer Entscheidung der Bundesregierung vom Sonntag stuft auch das RKI einige Urlaubgsgebiete nicht mehr als Risikogebiete ein, wie die Bahamas, die Balearen mit Mallorca oder die Azoren, Kastilien und Valencia. Damit ist auch dort ein Urlaub nun ohne Quarantäne und Testpflicht bei der Rückkehr möglich.

    Söder will Testpflicht für Reiserückkehrer

    Nachdem deshalb nun immer mehr Urlaub etwa nach Mallorca gebucht wird, macht sich Ministerpräsident Markus Söder für eine Testpflicht für Reiserückkehrer stark. Die Hotels in Deutschland will er allerdings trotzdem noch nicht in zwei Wochen zu Ostern öffnen, wenn die Osterferien beginnen. Söder macht aber Hoffnung für die Zeit ab Pfingsten. Denn dann gebe es erheblich mehr Impfstoff.

    Bundesregierung: Aufruf zum Reiseverzicht

    Die Bundesregierung hatte zum Auftakt der Woche empfohlen, auf jede unnötige Reise zu verzichten. Zu Auslandsreisen erklärte eine Sprecherin des Auswärtigen Amts: "Das Fehlen einer Reisewarnung ist keine Einladung zum Reisen."

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