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Streiks in Frankreich: Bahn hofft auf leichte Besserung | BR24

© pa / dpa / nicolas Joubert/Wostok Press

Züge am Gare de l' Est in Faris

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    Streiks in Frankreich: Bahn hofft auf leichte Besserung

    Die französischen Eisenbahner wollen bis mindestens Neujahr weiter gegen die Rentenreformpläne der Regierung streiken. Eine leichte Entspannung der Lage ist der Bahngesellschaft zufolge aber schon früher möglich.

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    Auch über die Weihnachtsfeiertage müssen Reisende weiterhin mit massiven Einschränkungen im französischen Bahnverkehr rechnen: Die Eisenbahner wollen bis mindestens Neujahr gegen die Rentenreformpläne der Regierung um Präsident Emmanuel Macron streiken. Die Verhandlungen der Regierung mit den Gewerkschaften waren zuvor vertagt worden - sie sollen am 7. Januar fortgesetzt werden.

    Nach den Weihnachtstagen ist nach Angaben der staatlichen Bahngesellschaft SNCF leichte Besserung im Zugverkehr in Sicht: Dank Mitarbeitern, die wieder zur Arbeit gingen, könnte es am kommenden Wochenende besser werden, sagte SNCF-Chef Jean-Pierre Farandou in der Online-Ausgabe der französischen Tageszeitung "Le Monde". Dann sollen sechs von zehn TGV-Schnellzügen fahren. Vergangenes Wochenende waren es nur fünf von zehn. Farandou sagte weiter, dass er auf eine Verbesserung für die Bahnreisenden bis Anfang Januar hofft.

    400 Millionen Euro weniger Umsatz

    Für den Bahnkonzern SNCF ist das Streikchaos eine teure Angelegenheit. Streikende Mitarbeiter bescheren dem Unternehmen eine Umsatzeinbuße von bisher rund 400 Millionen Euro. "Das ist bereits eine beachtliche Summe", sagte der SNCF-Chef in der Zeitung "Le Monde".

    Topmanager Farandou gab zu bedenken, dass der seit knapp drei Wochen andauernde Konflikt um die Rentenreform der Regierung nicht beendet sei. Deshalb sei es für eine endgültige Bilanz der Kosten zu früh

    Keine Ausnahme an Heiligabend

    Die Streikenden machten auch an Heiligabend keine Ausnahme. So verkehrten am 20. Protesttag nur 40 Prozent der TGV-Schnellzüge regelmäßig, wie die Verkehrsgesellschaft SNCF mitteilte. Im Bahnverkehr nach Deutschland war ein Zug von sonst drei üblichen unterwegs, so die SNCF.

    In Paris fuhren nur die beiden automatisch betriebenen Linien im üblichen Takt. Zehntausende Franzosen, die die Feiertage mit ihren Familien verbringen wollten, saßen wegen ausfallender Züge fest.

    Im Nahverkehr waren nach SNCF-Angaben nur rund 20 Prozent der Züge im Einsatz. Ab dem Nachmittag wurde der Nahverkehr von Paris in die Vorstädte komplett eingestellt.