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Streich oder Straftat: Was an Halloween erlaubt ist | BR24

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Halloween sei kein Freifahrtschein zur Begehung von Straftaten, warnt die Polizei. Kleine Streiche seien tolerierbar, wer aber Häuser mit Eiern bewirft, Wände besprüht oder Briefkästen in die Luft sprengt, müsse mit einem Strafverfahren rechnen.

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Streich oder Straftat: Was an Halloween erlaubt ist

Auch wenn Halloween für viele Menschen jede Menge Spaß bedeutet, warnt die Polizei davor, es mit den "Streichen" zu übertreiben. Statistiken legen offen, dass Beamte in dieser Nacht besonders häufig zu Einsätzen gerufen werden.

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In furchteinflößenden Maskeraden ziehen sie nachts durch die Straßen, gerne in Gruppen, ihre Opfer "überfallen" sie an der Haustür und fordern von den Eingeschüchterten erbarmungslos “Süßes oder Saures”.

Halloween ist vielerorts besonders für kleine Kinder ein großer Spaß. Wann sonst, als in der Nacht vom 31. Oktober auf den 1. November, dürfen sie Erwachsene erschrecken und werden auch noch dafür belohnt? Doch ein Blick in die Polizeiberichte zeigt: Einige nutzen die Dunkelheit regelmäßig, um über die Stränge zu schlagen - sie begehen Straftaten.

Halloween-Bilanz der Bayerischen Polizei 2018

2018 mussten Polizeibeamte in der Halloween-Nacht wegen Ruhestörungen, Sachbeschädigungen und Körperverletzungen mehrere hundert Mal ausrücken. Eine Auswahl: Im Landkreis Fürstenfeldbruck zerschmetterten Jugendliche die Schaufensterscheibe eines Juweliergeschäftes. In Augsburg überfielen zwei Männer mit Horrormasken eine Frau und würgten sie, als sie kein Geld rausrückte. Im unterfränkischen Oerlenbach verwüsteten Unbekannte einen Friedhof. Im niederbayerischen Ergolding wurde eine Polizistin schwer verletzt, als sie zwei streitende Frauen trennen wollte.

Doch nicht alle Polizeipräsidien erfassen die Vorkommnisse in einer eigenen Statistik: In Oberbayern verzichtet man beispielsweise darauf. Halloween-Auswüchse spielten in ihrer Region keine große Rolle, erklärte eine Sprecherin. Ebenso halten es die Schwaben und die Oberfranken. Das Polizeipräsidium München zählte 2018 dagegen 58 Einsätze, im Vorjahr waren es nur 48. Weiter meldete Mittelfranken (einschließlich Nürnberg) 86 Einsätze "mit Halloween-Bezug", Unterfranken 63, die Oberpfalz 50 und Niederbayern 47.

Warnung vor unangemessenen Streichen

Die Kleinen freuen sich über Gummibärchen, großen Übeltätern kann dagegen eine Gefängnisstrafe blühen. "Kleine Streiche sind tolerierbar", mahnt aktuell das Polizeipräsidium Niederbayern. Dessen Kollegen aus Unterfranken warnen: "Wer Häuser oder Autos mit Eiern bewirft, Wände besprüht oder Briefkästen mit Feuerwerkskörpern in die Luft sprengt, muss mit einem Strafverfahren rechnen."

Über ein mit Zahnpasta beschmiertes Auto mag der Besitzer noch schmunzeln. Wird der Pkw dabei aber beschädigt, so Harald Schmidt, Geschäftsführer der Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes, muss der Täter mit einer Strafe rechnen, "auch wenn es nur als Scherz geplant war". Bei einer "Gemeinschädlichen Sachbeschädigung" drohen Geldstrafen oder sogar Freiheitsstrafen von bis zu drei Jahren. Beispiele sind Vandalismus an Parkbänken oder das Demolieren von Haltestellenhäuschen.

Auch Mitläufer können haftbar gemacht werden

Auch wer bei einer Halloween-Tour nur dabei war, aber persönlich nichts beschädigt hat, kann unter Umständen wegen "gemeinschaftlicher Sachbeschädigung” haftbar gemacht werden, klärt die Kriminalprävention der Polizei auf. In jedem Fall bedeute das eine Geldstrafe für alle Beteiligten. Hinzu komme noch die Summe der Schadenswiedergutmachung.

Schon Siebenjährige können zur Verantwortung gezogen werden

Kinder bis zum 14. Lebensjahr können strafrechtlich nicht belangt werden, weil sie vor dem Gesetz als noch nicht schuldfähig gelten. Doch die Kriminalprävention der Polizei gibt zu Bedenken: Schon Siebenjährige oder - bei Verletzung der Aufsichtspflicht - die Eltern, können für die Wiedergutmachung entstandener Schäden zur Verantwortung gezogen werden. Größenordnungen von einigen tausend Euro seien da schnell erreicht.

Kostüme und Spielzeugwaffen - das meiste ist erlaubt

In Sachen Verkleidung ist eigentlich alles erlaubt, nur bei einer täuschend echten Polizei-Uniform ist der Spaß vorbei. Ähnliches gilt für das Mitführen von Spielzeugwaffen. Sie sind nach dem deutschen Waffenrecht erlaubt. Wirken Pistolen allerdings täuschend echt, gelten sie vor dem Gesetz als sogenannte "Anscheinswaffen" - und die sind verboten.

Polizei verstärkt Einsätze

Mehrere bayerische Polizeipräsidien haben angekündigt, in der Nacht vom 31. Oktober auf den 1. November verstärkt im Einsatz zu sein. Zeugen oder Opfer von Straftaten sollen sich nicht scheuen, den Notruf 110 zu wählen, heißt es in dem Aufruf. Kinder und Erwachsene sollten ihre Energie und Kreativität in Kostüme und Dekoration stecken und nicht in folgenschwere Streiche.