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Streaming-Boom dank Corona | BR24

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Streaming-Boom dank Corona

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    Streaming-Boom dank Corona

    Wegen Corona sitzen die Menschen mehr vor dem Bildschirm, um sich unterhalten zu lassen, egal ob linear oder auf Abruf. Davon profitieren vor allem Netflix und Amazon, aber auch die Öffentlich-Rechtlichen müssen sich nicht verstecken.

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    Von
    • Jonathan Schulenburg

    Streaming boomt in Deutschland wie noch nie. Der neue Digitalisierungsbericht der Landesmedienanstalten zeigt: Jeder dritte Deutsche schaut Netflix, jeder vierte Deutsche Amazon Prime. Die Öffentlich-Rechtlichen Sender erreichen mit ihren Mediatheken, die nur gemeinsam ausgewiesen werden, gut ein Drittel der Menschen über 14 in Deutschland. Damit liegt ihre Reichweite noch über der von Netflix. Nur bei den 14-29-Jährigen ist das anders: sie schauen doppelt so oft Netflix, wie in die Mediatheken von ARD, ZDF und arte.

    Viel Potential auf dem Streaming-Markt

    Amazon und Netflix sehen noch viel Potential im Streaming-Markt in Deutschland. Christoph Schneider, der Managing Director von Amazon Prime Deutschland, sagt auf den Medientagen München: "Es funktioniert ja nicht nach dem Prinzip: "The winner takes it all." Die Durchdringung hat noch viel Potential." Sprich: der Boom hat gerade erst angefangen. Corona und der Lockdown brachten dem Streaming-Markt und den Mediatheken enorme Abrufzahlen. Kai Finke von Netflix Deutschland erklärt: "Das hat eine Entwicklung vorweggenommen, die wir für das gesamte Jahr vorausgesehen hätten. Wir glauben daran, dass wir erfolgreich weiter wachsen."

    Hinken die Öffentlich-Rechtlichen hinterher?

    Auch Florian Hager, Channel Manager der ARD Mediathek, sieht bei den Öffentlich-Rechtlichen steigende Nutzerzahlen. Aber Hager muss eingestehen: "Wir sind ein bisschen "late to the Party", was die Zielgruppe betrifft. Wir können aber Gas geben. Bei uns dauert alles ein bisschen länger. Aber wundert euch nicht, wir werden aufholen.“ In Konkurrenz zu Netflix und Co. will er jedoch gar nicht treten.

    Fokus auf Deutschen Produktionen

    Das sieht auch Katja Hofem, Geschäftsführerin von Joyn, dem On-Demand Dienst von ProsiebenSat1, ähnlich. "Wir sollten nicht nur auf die USA schauen. Wir sind ein lokaler, ein deutscher Anbieter." Die Pandemie habe die Branche zusammengeschweißt, so Hofem: "Wir haben innovative Konzepte entwickelt, das ist ein positiver Nebeneffekt. Wo ein Wille ist, ist auch ein Format."

    Für das Publikum gibt es gute Nachrichten. Die Produktionen wurden von Corona nur teilweise getroffen. Manche wurden verschoben, so die Verantwortlichen von Netflix und Amazon Prime, aber keine musste abgesagt werden. Insgesamt schauen sowohl die Streaminganbieter als auch die Öffentlich-Rechtlichen sehr positiv in die Zukunft.

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