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Straßenschlachten in Hongkong | BR24

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In Hongkong spitzt sich die Lage weiter zu. Nach der Freilassung von zwei Aktivisten hat die Polizei nun zwei pro-demokratische Abgeordnete festgenommen. Zugleich gab es auch heute wieder gewaltsame Proteste - trotz eines Demonstrationsverbots.

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Straßenschlachten in Hongkong

In Hongkong ist es wieder zu schweren Zusammenstößen zwischen Polizei und prodemokratischen Demonstranten gekommen. Die Demonstranten warfen Molotowcocktails, während die Sicherheitskräfte Tränengas und Wasserwerfer einsetzten.

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In der chinesischen Sonderverwaltungszone Hongkong ist es auch heute wieder zu schweren Zusammenstößen gekommen. Tausende Demokratie-Aktivisten sind auf die Straße gegangen, um gegen die Regierung und für die Einführung des allgemeinen Wahlrechts zu demonstrieren. Sie warfen dabei Steine und auch Molotowcocktails.

Anlass des verbotenen Protests war der fünfte Jahrestag des Vetos Chinas gegen die Einführung eines allgemeinen Wahlrechts in Hongkong.

Wasserwerfer verspritzen blau gefärbtes Wasser

Die Sicherheitskräfte setzten Gummigeschosse, Tränengas und Wasserwerfer ein, um die Demonstranten vor dem Regierungssitz zu vertreiben. Dabei verspritzten Wasserwerfer erstmals blau gefärbtes Wasser - wohl, um Kundgebungsteilnehmer später leichter identifizieren zu können. Für Empörung sorgten Berichte, dass sich Polizeibeamte als Aktivisten verkleidet und unter die Demonstranten gemischt hätten, um Festnahmen durchzuführen.

Großdemonstration war verboten

An einigen Stellen gab es auch Straßenblockaden, die Demonstranten zum Teil in Brand steckten. Dort setzte die Polizei auch Schlagstöcke gegen die Protestierer ein. Zunächst hatte der Tag mit einem friedlichen Marsch begonnen. Denn eigentlich hatten die Behörden eine Großdemonstration untersagt - deshalb schlossen sich viele Teilnehmer einer parallel laufenden religiösen Prozession an.

Polizeigewalt gegen Demonstranten?

Im halbautonomen Hongkong wird seit mehr als zwei Monaten demonstriert. Protestierende fordern demokratische Wahlen und eine Ermittlung zu mutmaßlicher Polizeigewalt gegen die Demonstranten. Die Polizei wies zuletzt mehrere Anträge für Demonstrationen zurück und begründete dies ihrerseits mit Gewalt durch die Teilnehmer bei früheren Kundgebungen.

Außerdem wurden mehrere Protestführer wie Joshua Wong festgenommen. Davon würden sich die Bewohner Hongkongs aber nicht unterkriegen lassen und weiter für ihre Rechte kämpfen, sagte der Abgeordnete Lam Cheuk Ting von der Demokratischen Partei.

Sonderstatus Hongkong in China

Hongkong ist Teil der Volksrepublik China, genießt aber seit 50 Jahren einen speziellen Status mit eigener Verfassung und einem demokratischen System. Das hatten China und die ehemalige Kolonialmacht Großbritannien bei der Übergabe der Stadt 1997 vereinbart.

Seit Wochen erschüttern jedoch Massenproteste für Freiheit und Demokratie die frühere Kronkolonie. Auslöser war ein inzwischen auf Eis liegender Gesetzentwurf über eine Auslieferung von Straftätern an China.