Zurück zur Startseite
Deutschland & Welt
Zurück zur Startseite
Deutschland & Welt

Straße von Hormus: Iran bringt erneut Öltanker auf | BR24

© dpa-Bildfunk/Basil M. Karatzas

Die Iranischen Revolutionsgarden haben nach eigenen Angaben einen unter britischer Flagge fahrenden Öltanker in der Straße von Hormus gestoppt.

Per Mail sharen
  • Artikel mit Audio-Inhalten

Straße von Hormus: Iran bringt erneut Öltanker auf

Die iranischen Revolutionsgarden haben einen britischen Öltanker in der Straße von Hormus am Persischen Golf gestoppt und umgeleitet. USA und Großbritannien verurteilten die Aktion scharf.

Per Mail sharen

Erneut ist die Straße von Hormus Schauplatz des Konfliktes zwischen westlichen Staaten und dem Iran: Nach Angaben des britischen Außenministers Jeremy Hunt beschlagnahmte der Iran zwei Schiffe in der Straße von Hormus und verschärfte damit die Lage in der Region erheblich. Die iranischen Behörden hätten ein unter britischer und ein unter liberianischer Flagge fahrendes britisches Schiff festgesetzt.

Die Regierung in London werde in einer Krisensitzung beraten, so Hunt. "Die Festsetzungen sind unakzeptabel."

Zu einem iranischen Hafen geleitet

Zunächst setzten die iranischen Revolutionsgarden den Öltanker "Stena Impero" fest. Dieser habe gegen "internationale maritime Regeln" verstoßen, hieß es auf der Website der Revolutionsgarden. Daher sei das Schiff beschlagnahmt und zu einem iranischen Hafen geleitet worden.

Laut der staatlichen iranischen Nachrichtenagentur IRNA soll die "Stena Impero" ihren Funktransponder abgeschaltet und Warnungen ignoriert haben. Das Schiff gehört der schwedischen Firma "Stena Bulk". Das Unternehmen bestätigte den Zwischenfall und teilte mit, dass sich mehrere unbekannte kleinere Boote und ein Hubschrauber der "Stena Impero" genähert hatten, als sich das Schiff in internationalen Gewässern befunden habe.

Zweites Schiff gestoppt

Wenig später sei der Tanker "Mesdar" der britischen Norbulk Shipping UK, die unter der Flagge von Liberia fährt, beschlagnahmt worden, so die britische Regierung.

Laut der iranischen Agentur Tasnim wurde die "Mesdar" jedoch nicht aufgebracht, sondern lediglich vorübergehend gestoppt. Das Schiff durfte demnach nach einer Sicherheitsverwarnung seine Fahrt fortsetzen.

Norbulk Shipping bestätigte, dass bewaffnete Kräfte das Schiff inzwischen wieder verlassen haben. "Stena Bulk" erklärte, das Unternehmen habe derzeit keinen Kontakt zur Besatzung der "Stena Impero". An Bord befinden sich nach Unternehmensangaben 23 Crew-Mitglieder. Es gebe keine Nachrichten über Verletzte. Man stehe in engem Kontakt zu den britischen Behörden.

Reederei bestätigt Vorfall

Im Persischen Golf nahmen zuletzt die Spannungen deutlich zu. In den vergangenen Wochen hatte es mehrere Sabotageakte an Öltankern gegeben. Die USA werfen dem Iran vor, hinter den Zwischenfällen zu stecken.

US-Präsident Donald Trump sagte bezogen auf den jüngsten Vorfall, dass der Iran "nichts als Ärger" sei. Er denke aber, dass die Konfrontation mit Teheran sich "nett" lösen lassen werde.

Washington beschuldigte den Iran, gezielt gegen Großbritannien vorzugehen. "Uns sind Berichte bekannt, laut denen iranische Kräfte einen britischen Öltanker beschlagnahmt haben", erklärte der Sprecher des Nationalen Sicherheitsrates im Weißen Haus, Garrett Marquis. "Das ist das zweite Mal in etwas mehr als einer Woche, dass das Vereinigte Königreich Ziel eskalierender Gewalt durch das iranische Regime ist." Die USA würden weiterhin mit ihren Verbündeten zusammenarbeiten, "um unsere Sicherheit und Interessen gegen das bösartige Verhalten des Iran zu verteidigen", fügte er hinzu.

Iranischer Tanker in Gibraltar festgesetzt

Am 4. Juli war in Gibraltar der iranische Öltanker "Grace 1" aufgebracht worden. Die Behörden des britischen Überseegebiets verdächtigen den Iran, Syrien unter Verstoß gegen internationale Sanktionen mit Öl beliefern zu wollen. Teheran hatte die Beschuldigungen Gibraltars zurückgewiesen und von einem Akt der "Piraterie" gesprochen.

© dpa-Bildfunk

Iran stoppt britischen Öltanker