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Straßburg-Attentäter auf der Flucht - Fahndung auch in Bayern | BR24

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Nach dem Anschlag auf den Straßburger Weihnachtsmarkt sind mittlerweile mehrere Personen festgenommen worden, der mutmaßliche Täter ist aber weiter auf der Flucht. Er hatte gestern Abend auf dem Weihnachtsmarkt um sich geschossen.

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Straßburg-Attentäter auf der Flucht - Fahndung auch in Bayern

Der mutmaßliche Attentäter vom Straßburger Weihnachtsmarkt ist weiter auf der Flucht. Inzwischen beteiligt sich auch die bayerische Polizei an der Fahndung nach Chérif Chekatt. Vor der Tat erhielt er offenbar einen Anruf aus Deutschland.

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Der flüchtige Attentäter von Straßburg hält ganz Frankreich in Atem. Mit einem Großaufgebot von über 600 Beamten in und um die elsässische Metropole und an der nahe gelegenen Grenze zu Deutschland versucht die Polizei, Chérif Chekatt zu fassen.

Der mutmaßliche Attentäter wurde unmittelbar vor der Tat aus Deutschland angerufen. Das erfuhr das rbb Inforadio aus Sicherheitskreisen. Er ging jedoch nicht ans Telefon. Unklar ist, wer ihn angerufen hat und warum. Dieser Frage gehen deutsche Ermittler nun intensiv nach. Der Anruf ist ein weiteres Indiz dafür, dass Cherif C. Verbindungen nach Deutschland hat.

Attentäter könnte nach Deutschland geflüchtet sein

Die französischen Behörden schließen nicht aus, dass der Mann in der Nacht zum Mittwoch über die knapp drei Kilometer vom Straßburger Stadtviertel Neudorf entfernte Grenze nach Deutschland gelangt ist. Deshalb wird im deutsch-französischen Grenzraum mit Hochdruck nach dem Täter gefahndet. Die Bundespolizei kontrolliert mehrere Grenzübergänge nach Frankreich. Man geht davon aus, dass der 29-jährige Täter nach wie vor hochgefährlich ist. Auch deutsche Sicherheitsbehörden suchen nach ihm und zudem nach seinem Bruder Sami.

Bayerische Schleierfahndung verstärkt

Auch die bayerische Polizei unterstützt ihre französischen Kollegen bei der Fahndung nach dem mutmaßlichen Attentäter Chérif Chekatt. "Beispielsweise haben wir unsere Schleierfahndungskontrollen verstärkt, vor allem in Richtung Baden-Württemberg", sagte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) der Deutschen Presse-Agentur. Auch im grenznahen Raum kontrolliere insbesondere die bayerische Grenzpolizei intensiv den Fahrzeugverkehr nach verdächtigen Personen.

Ermittler gehen von Terrorismus aus

Die Ermittler gehen bei dem tödlichen Anschlag auf dem Straßburger Weihnachtsmarkt von einem terroristischen Hintergrund aus. Zeugen des Straßburger Anschlags haben den Angreifer "Allahu Akbar" (Allah ist groß) rufen hören. Angesichts des Zielorts, seiner Vorgehensweise und der Zeugenaussagen habe die Antiterrorabteilung der Pariser Staatsanwaltschaft die Ermittlungen übernommen, sagte Heitz. Es ist unklar, ob es sich bei Chérif Chekatt. um ein Mitglied eines terroristischen Netzwerkes oder um einen radikalisierten Einzeltäter handelt. Von den französischen Behörden wurde er als Gefährder beobachtet. Der mehrfach vorbestrafte Mann soll sich im Gefängnis radikalisiert haben. Der gebürtige Straßburger mit nordafrikanischen Wurzeln saß wegen schweren Diebstahls auch in Deutschland in Haft.

Schüsse auf dem Straßburger Weihnachtsmarkt

Chérif Chekatt hatte am Dienstagabend gegen 20 Uhr mitten in der weihnachtlich geschmückten Innenstadt Straßburgs das Feuer auf Passanten eröffnet. Dabei wurden drei Menschen getötet, unter ihnen ein Tourist aus Thailand. 13 andere Menschen wurden verletzt - acht von ihnen sehr schwer, unter anderem durch Kopfschüsse. Auf der Flucht lieferte er sich mehrere Schusswechsel mit Polizisten und wurde am Arm getroffen. Dennoch konnte er entkommen - mit einem Taxi, das ihn ins Wohnviertel Neudorf brachte. Dort verliert sich seine Spur.

Keine konkrete Gefahr in Bayern

Für die Sicherheitslage in Bayern gebe es keinen Grund zur Sorge. "Unseren Sicherheitsbehörden liegen derzeit keine Erkenntnisse vor, aus denen sich eine konkrete Gefährdung in Bayern ableiten lässt", sagte der bayerische Innenminister Herrmann. Die Sicherheitsbehörden und die Bayerns Polizei setzten auf umfangreiche Sicherheitsmaßnahmen wie eine erhöhte Polizeipräsenz, wo immer notwendig. "Das gilt auch für unsere Christkindlmärkte in Bayern." Die Sicherheitskonzepte seien eng mit den jeweiligen Veranstaltern abgestimmt und sollten auch den vorweihnachtlich friedlichen und besinnlichen Charakter erhalten. "Niemand muss in Bayerns aus Angst vor Anschlägen auf einen Christkindlmarktbesuch verzichten."