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HC Strache tritt als FPÖ-Chef und Vizekanzler zurück | BR24

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Österreich steckt in einer Regierungskrise: Der Chef der FPÖ und Vizekanzler Strache ist zurückgetreten. Zuvor war ein Video aufgetaucht, in dem Strache angeblich einer mutmaßlichen Russin Staatsaufträge im Gegenzug für Wahlkampfhilfe verspricht.

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HC Strache tritt als FPÖ-Chef und Vizekanzler zurück

Österreichs Vizekanzler Heinz-Christian Strache ist über die "Ibiza-Affäre" gestolpert. Nach der Veröffentlichung eines geheim aufgezeichneten Videos gibt er seine Ämter als FPÖ-Chef und Vizekanzler auf.

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In einer Stellungnahme vor zahlreichen Journalisten hat Heinz-Christian Strache das heimlich aufgenommene Video als eine vom Ausland gesteuerte Wahlbeeinflussung bezeichnet. Er wolle weiteren Schaden von seiner Familie und der Partei abwenden. Deshalb erklärte er seinen Rücktritt auch als FPÖ-Chef.

"Es war dumm, unverantwortlich und ein Fehler. Es war eine besoffene Geschichte und ein Macho-Gehabe." FPÖ-Politiker Heinz-Christian Strache

Strache betonte, nichts Illegales gemacht zu haben. Der einzige strafrechtliche Verstoß sei das heimlich gedrehte Video gewesen, ein gezieltes Attentat. Mit allen rechtlichen Mitteln will sich der Politiker nun wehren, wie er erklärte. Es gebe Indizien für Mittäter.

Er frage sich, welche Rolle Jan Böhmermann in diesem Fall spiele. Der Satiriker hat das Video bereits vor Wochen gekannt. Das bestätigte sein Manager Peter Burtz der dpa. Er dementierte aber, dass die Aufnahmen Böhmermann angeboten worden seien. Da sie ihm nicht angeboten worden seien, habe er sie auch nicht abgelehnt. Woher Böhmermann die Aufnahmen kannte, wisse er nicht, so Burtz.

Zukunft der Regierung in Österreich ungewiss

Offensichtlich will Strache, dass die Koalition in Österreich bestehen bleibt. Sein Nachfolger an der FPÖ-Spitze soll der derzeitige Infrastrukturminister Norbert Hofer werden. Hofer war auch für die FPÖ Kandidat bei der letzten Wahl zum Bundespräsidenten.

"Meine Person darf nicht der Grund sein, die Regierung zu sprengen" FPÖ-Politiker Heinz-Christian Strache

Ob Bundeskanzler Kurz das genauso sieht, wird man in Kürze erfahren, wenn auch er vor die Presse tritt. Möglicherweise kommt es aber auch zu Neuwahlen in Österreich. Gleichzeitig demonstrieren hunderte Aktivistinnen und Aktivisten in Österreich gegen die Regierungsbeteiligung der FPÖ.