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Stolpe als "überragende politische Persönlichkeit" gewürdigt | BR24

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Manfred Stolpe, erster Ministerpräsident Brandenburgs nach der Wiedervereinigung, ist mit 83 Jahren gestorben. Viele Politiker würdigten seine Verdienste, Bundespräsident Steinmeier nannte Stolpe eine "überragende politische Persönlichkeit".

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Stolpe als "überragende politische Persönlichkeit" gewürdigt

Manfred Stolpe, erster Ministerpräsident Brandenburgs nach der Wiedervereinigung, ist mit 83 Jahren gestorben. Viele Politiker würdigten seine Verdienste, Bundespräsident Steinmeier nannte Stolpe eine "überragende politische Persönlichkeit".

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Der Bundespräsident erklärte in einem Kondolenzschreiben an Stolpes Witwe, Stolpe habe "weit über die Grenzen Brandenburgs hinaus den Weg Ostdeutschlands in die Demokratie des geeinten Deutschland geprägt und gestaltet".

Merkel: "Landesvater, Gesicht und Stimme Brandenburgs"

Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hob die Verdienste Stolpes für das Zusammenwachsen Deutschlands hervor: "Leidenschaftlich und geradlinig im Einsatz für seine Mitbürger prägte er die Politik unseres wiedervereinigten Deutschlands auf Landes- und Bundesebene entscheidend mit", sagte Merkel. "Er war über viele Jahre Landesvater, Gesicht und Stimme Brandenburgs."

Der Ministerpräsident von Brandenburg Dietmar Woidke (SPD) sprach von einem Tag tiefer Trauer: "Wir nehmen Abschied von einem großen Mann, der unser junges Land geprägt hat wie niemand sonst."

Schäuble: "Mittler zwischen Ost und West"

Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) bezeichnete Stolpe als "Mittler zwischen Ost und West". Dieser habe sich in zwei Systemen hohe Verdienste erworben - "vor der Wiedervereinigung im Bund der Evangelischen Kirchen der DDR als 'kirchlicher Chefdiplomat', nach 1990 als Ministerpräsident und Bundesminister", schrieb Schäuble an die Witwe des früheren SPD-Politikers. Das Brandenburger Innenministerium ordnete eine dreitägige landesweite Trauerbeflaggung an.

Altbundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) erinnerte mit persönlichen Worten an seinen einstigen Weggefährten: "Manfred Stolpe war ein großer Sozialdemokrat, aber vor allem war er ein großartiger Mensch."

Bedford-Strohm: "Gewissenhaft bei schwierigen Entscheidungen"

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Heinrich Bedford-Strohm, würdigte vor allem Stolpes unermüdlichen Einsatz für die evangelische Kirche in der DDR. "In seiner Verantwortung als Funktionsträger einer christlichen Kirche in der DDR ist Stolpe immer wieder auch in zwiespältige Situationen geführt worden, die ihn auch als Christ herausgefordert haben", erklärte Bedford-Strohm. "Wir haben in Manfred Stolpe einen Menschen kennengelernt, der mit schwierigen Entscheidungen gewissenhaft umgegangen ist."

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Der frühere brandenburgische Ministerpräsident Manfred Stolpe ist tot. Der einstige DDR-Kirchenjurist und Konsistorialpräsident ist in der Nacht zum Sonntag nach schwerer Krankheit friedlich eingeschlafen, teilte die Staatskanzlei in Potsdam mit.