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Deutschland-Kurier (Montage BR)
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Autoren

Jannik Pentz
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Deutschland-Kurier (Montage BR)

Im Internet gibt es bereits erste Berichte, unter plakativen Schlagzeilen im Stil einer Boulevardzeitung. Ein Artikel fragt, ob „Merkel irrer als Trump“ sei. Ein anderer Bericht behandelt den „großen Einwanderungsbetrug.“

"Wir sehen den Deutschland-Kurier nicht als unabhängige Zeitung. Er scheint klar dazu gemacht zu sein, für die AfD im Wahlkampf Stimmungsmache zu betreiben." Timo Lange, Lobbycontrol

David Bendels kennt diesen Vorwurf. Der 32-jährige war früher CSU-Mitglied in Oberfranken. Heute ist er Chefredakteur des „Deutschland-Kuriers“.

"Ich gebe zu, es ist ein schmaler Grat, faktenbasiert und meinungsstark zu arbeiten." David Bendels, Chefredakteur Deutschland-Kurier

Printausgabe schwer zu bekommen

Trotz intensiver Bemühungen liegt dem ARD-Hauptstadtstudio bislang kein Exemplar vor. Selbst Chefredakteur Bendels konnte keine Zeitung zur Verfügung stellen.

Bendels betont besonders, dass es keine Absprachen zwischen Partei und Zeitung bzw. deren Trägerverein gebe. Alles andere wäre in Deutschland eine verdeckte Parteienfinanzierung, sagt Timo Lange von LobbyControl: "Weil wir überhaupt nicht wissen: Wer steckt dahinter? Wer treibt das an? Das ist im Grunde eine Umgehung des Parteienrechts.“

Auf BR-Anfrage hat der Bundestag bestätigt, dass er die AfD wiederholt nach Verbindungen zum Verein befragt hat. Die Partei hat das aber immer wieder bestritten. Für weitere Ermittlungen fehlt dem Bundestag nach eigener Aussage die rechtliche Grundlage.

Der Deutschland-Kurier darf deshalb auch in Zukunft ganz legal für die AfD werben.

Autoren

Jannik Pentz

Sendung

Das Medienmagazin vom 16.07.2017 - 14:00 Uhr