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Impfstoff in einem Fläschchen.

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    Stiko empfiehlt Astrazeneca nur noch für Menschen ab 60 Jahren

    Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt den Corona-Impfstoff von Astreazeneca nur noch für Menschen ab 60 Jahren. Grund sei das Auftreten "seltener, aber sehr schwerer thromboembolischer Nebenwirkungen", heißt es von der Stiko.

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    • BR24 Redaktion

    Nach dem teilweisen Stopp von Astrazeneca-Impfungen empfiehlt nun auch die Ständige Impfkommission (Stiko) am Robert Koch-Institut das Corona-Vakzin nur noch für Menschen ab 60 Jahren.

    Wie die Stiko mitteilte, wurde die Empfehlung "auf Basis der derzeit verfügbaren Daten zum Auftreten seltener, aber sehr schwerer thromboembolischer Nebenwirkungen" bei jüngeren Geimpften geändert. Zur Verabreichung der zweiten Impfstoffdosis für Menschen unter 60 Jahren, die bereits eine erste Dosis des Astrazeneca-Impfstoffs erhalten haben, will die Stiko bis Ende April eine ergänzende Empfehlung abgeben.

    Impfstopp in Berlin, dann München

    Als erstes Bundesland hatte heute Berlin die Impfung mit Astrazeneca von unter 60-Jährigen gestoppt. Die Stadt München zog nach, ebenso Brandenburg und zuletzt Nordrheinwestfalen. Grundsätzlich seien noch Änderungen an der Empfehlung möglich, hieß es. Über den weiteren Umgang mit dem Impfstoff von Astrazeneca wollten am Dienstagabend auch die Gesundheitsminister von Bund und Ländern beraten.

    Die Impfungen mit Astrazeneca waren zwischenzeitlich wegen im Gehirn aufgetretener Blutgerinnseln, sogenannten Sinusvenenthrombosen, ausgesetzt worden. Nach einer Prüfung auch auf europäischer Ebene liefen die Impfungen aber zunächst wieder.

    Neun Todesfälle in zeitlichem Zusammenhang in Deutschland bekannt

    Wie das für Impfstoffe Paul-Ehrlich-Institut (PEI) mitteilte, starben bis Montagmittag neun Menschen in Deutschland nach einer Astrazeneca-Impfung durch eine Sinusvenenthrombose. Es seien bis dahin 31 Fälle einer solchen Thrombose mit zeitlichem Zusammenhang zur Impfung gemeldet wurden. In 19 Fällen sei zusätzlich eine Thromobzytopenie festgestellt worden - das heißt, dass die Zahl der Thrombozyten, also Blutplättchen, bei den Betroffenen zu niedrig war.

    Mit Ausnahme von zwei Fällen seien immer Frauen im Alter von 20 bis 63 Jahren betroffen gewesen, die beiden Männer seien 36 und 57 Jahre alt gewesen, erklärte das PEI. Die Fälle der Thrombosen seien nach der ersten Impfung aufgetreten.

    Bislang nur wenige Zweitimpfungen mit Astrazeneca

    Bis Montagmittag wurden demnach rund 2,7 Millionen Erstdosen des Mittels verabreicht. Bis Ende April solle dazu eine ergänzende Empfehlung abgegeben werden, teilte die Stiko weiter mit. Beim empfohlenen Impfabstand von zwölf Wochen seien in der Regel die ersten Zweitimpfungen Anfang Mai vorgesehen, hieß es.

    Nach den Daten des Robert Koch-Instituts haben bislang erst 767 Menschen in Deutschland die Zweitimpfung mit Astrazeneca erhalten, fast 2,7 Millionen Menschen die Erstimpfung.

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