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Der Chef der Ständigen Impfkommission (Stiko), Thomas Mertens, hält das Versprechen der Politik, jedem Impfwilligen bis Ende des Sommers ein Impfangebot machen zu können, nach wie vor für realistisch.

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Stiko-Chef Mertens: Impfangebot bis zum Sommer realistisch

Der Chef der Ständigen Impfkommission (Stiko), Thomas Mertens, hält das Versprechen der Politik, jedem Impfwilligen bis Ende des Sommers ein Impfangebot machen zu können, nach wie vor für realistisch.

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Von
  • Stefan Kreutzer

Im Interview mit der Bayern2-radioWelt sagte Thomas Mertens in Hinblick auf ein Impfangebot für jeden und jede bis Ende des Sommers: "Zusammen mit dem Impfzentren und den Hausärzten haben wir sicher gute Möglichkeiten, das bis zum Sommer zu schaffen." Es hänge aber entscheidend davon ab, wie zuverlässig die Impfstoff-Lieferungen kommen würden und die Verimpfung klappen würde, so der Chef der ständigen Impfkommission.

Vorsicht wegen Thrombose-Fällen

Dass der Impfstoff von Johnson & Johnson nach Meldungen über Thrombose-Fälle nach Impfungen auch nach einigen Tagen noch nicht wieder ausgeliefert wird, hält Mertens für eine "nachvollziehbare Maßnahme". Zwar vertraue man der Schutzwirkung des Vakzins. "Aber man möchte halt versuchen, möglichst viele Dinge vorher zu analysieren und zu untersuchen." Die sehr große Ähnlichkeit des Problems bei Johnson & Johnson mit dem Problem, dass bei Astrazeneca aufgetreten ist, habe alarmierend gewirkt. Seither seien eben "alle Institutionen sensibilisiert".

An Impfpriorisierung festhalten

Mertens sprach sich erneut dagegen aus, die Impfpriorisierung zu früh aufzuheben. Grund seien die gerade volllaufenden Intensivstationen und drohende Überlastung des Medizinsystems:

"Das ist ja genau der Grund, warum wir die Impfung zunächst für die Menschen empfehlen, die ein hohes Risiko für schwere Erkrankungen haben." Thomas Mertens, Chef der Ständigen Impfkommission

Er glaube zudem "überhaupt nicht", dass man durch eine Aufhebung der Priorisierung mehr Tempo in die Impfkampagne bekommen könne. Es gebe Modellierungen von ganz verschiedenen wissenschaftlichen Gruppen, die "übereinstimmen, dass man durch Modifizierung des Vorgehens im Augenblick an dieser Welle nichts ändern kann."

Auf die Frage, ob er Verständnis für Menschen habe, die diese Corona-Maßnahmen nicht mehr hinnehmen wollen und einfach müde seien, sagte Mertens: "Ja, ich kann das in gewisser Weise verstehen. Aber ich finde es auf der anderen Seite schade, dass wir nicht die Fähigkeit haben, mit noch mehr Rationalität an die Sache heranzugehen." Es kursierten insgesamt zu viele Falschmeldungen und man beschäftige sich zu sehr mit Dingen, die sich eigentlich nicht lohnten.

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