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Sternstunden 2020: Spendenrekord von fast zwölf Millionen Euro | BR24

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Franz X. Gernstl bei den Sternstunden 2020

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Sternstunden 2020: Spendenrekord von fast zwölf Millionen Euro

Die Spendenbereitschaft war enorm am BR-Sternstunden-Tag. Ehrenamtliche und Prominente sammelten den ganzen Tag in unserer Spendenzentrale. Es kam die Rekordsumme von 11,91 Millionen Euro zusammen.

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Von
  • Katharina Pfadenhauer
  • Katrin Bohlmann
  • BR24 Redaktion

Es ist der bisher größte Spendenbetrag in der Geschichte der Sternstunden: 11,91 Millionen Euro wurden beim BR-Sternstundentag gespendet - für Kinder und Jugendliche in Not, die krank sind, aus finanziell schwachen Familien kommen oder für Kinder mit Behinderung in Bayern, Deutschland und weltweit. Den ganzen Tag saßen in der Spendenzentrale in München BR-Mitarbeiter und Prominente an den Telefonen.

Große Spendenbereitschaft

Pünktlich um 6.00 Uhr glühten die Telefonleitungen in der Spendenzentrale. Schon vormittags war die Eine-Million-Euro-Marke geknackt, um kurz vor 13.00 Uhr dann die Zwei-Millionen-Euro-Marke, nachmittags die Drei-Millionen-Euro-Marke und dann zog das Tempo der Spendenbereitschaft bis 23 Uhr immer mehr an.

Der bisherige Rekord lag bei 9,2 Millionen Euro, das war im Jahr 2018. In diesem Jahr wurde er um 2,63 Millionen Euro übertroffen. Schauspieler Friedrich von Thun glaubt, Corona mache die Menschen spendenwilliger: "Ich muss auch sagen, ich habe dieses Jahr eigentlich ein bissl mehr gespendet als sonst. Ich glaube, das liegt so in der Luft irgendwie."

Auch Marianne Lüddeckens vom Verein Sternstunden ist überwältigt. Es sei wunderbar und großartig, wie viel Solidarität die Menschen selbst in diesen Zeiten zeigten. "Es hat ja vor Corona und während Corona ganz andere Krisen gegeben und Nöte. Und es ist ein so großer Bedarf da, dass wir natürlich glücklich sind über diese Spenden", so Lüddeckens.

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Der BR-Informationsdirektor Thomas Hinrichs zeigt sich sehr zufrieden mit dem bisherigen Verlauf der Aktion Sternstunden.

Ein ungewöhnlicher Sternstundentag

In diesem Jahr war corona-bedingt alles ein wenig anders als sonst: Es waren weniger ehrenamtliche Helferinnen und Helfer an den Telefonen im Funkhaus in München unter strengen Hygieneregeln und mit Plexiglasscheiben hielten sie Abstand.

Für die BR-Verantwortlichen war trotz Corona immer klar: der Sternstundentag findet statt, aber unter anderen Bedingungen. Gerade in der Pandemie sei die Benefizaktion wichtiger denn je, sagt BR-Intendant Ulrich Wilhelm. "Die Aktion Sternstunden hat die soziale Landschaft in Bayern über Jahrzehnte mitgeprägt. Es ist eine schöne Aufgabe, dass wir als Sender die Aktion immer wieder sichtbar machen und journalistisch begleiten können."

Weil nicht so viel los gewesen sei, erzählt Kabarettist Christian Springer, habe er sich in diesem Jahr noch intensiver mit den Anrufern unterhalten können. "Früher war es laut und unruhig, man hat nebeneinander gesessen, man hat geratscht. Und jetzt sitzt man halt mit Plexiglas getrennt, ich habe das erste Mal die Spender sehr, sehr gut verstanden. Aber es ist auch traurig… es ist halt Corona."

Sternstunden: Es geht um Kinder

Kindern und Jugendlichen in Not helfen – das ist Sinn und Zweck der Sternstunden. Es geht um kranke Kinder, Kinder mit Behinderung und Kinder, die aus finanziell schwachen Familien kommen. Die Benefizaktion unterstützt schnell und unbürokratisch, in Bayern, deutschlandweit und im Ausland: barrierefreie Spielplätze bauen, Kliniken kindgerecht ausstatten, Familien und Einrichtungen in der Corona-Pandemie unterstützen, Lebensmittel und Medizin in Kriegs- und Krisengebiete liefern.

"Es gibt immer tolle Projekte, die man nachvollziehen kann und wo man sieht, wohin die Spenden gehen", sagt Kabarettist und Musiker Hannes Ringlstetter. "Die Sternstunden sind wichtig, damit in unserer Gesellschaft die Wärme überwiegt und nicht die Kälte."

Trotz und wegen Corona brauchen Kinder unsere Hilfe

Seit 27 Jahren gibt es die Hilfsaktion Sternstunden. Rund 278 Millionen Euro haben die BR-HörerInnen und ZuschauerInnen in all den Jahren gespendet. Mehr als 3.000 Projekte für Kinder und Jugendliche in Not wurden bisher unterstützt.

"Wir müssen einfach daran denken, dass unsere Krise und unsere Probleme aller Wahrscheinlichkeit nach nur temporär sind", sagt der Gründer und Chef des Sternstunden-Vereins, Thomas Jansing. "Wir müssen uns denen zuwenden, die unter Umständen dauerhaft unter Einschränkungen leiden und die einen dauerhaften Verzicht leisten müssen."

Größte Herausforderung: zunehmende Verwahrlosung von Kindern

"In erster Linie ist es die Qualität der Projekte, die wir fördern, das macht uns aus. Wir sind gewissenhaft bei der Auswahl und das spürt jeder Spender", erklärt Thomas Jansing das Geheimnis des Sternstunden-Erfolges. Außerdem gehen die Spenden zu einhundert Prozent in die Projekte. Mit Sorge stellt der Sternstunden-Chef fest, dass die Hilferufe bei sexuellem Missbrauch zugenommen haben. Immer mehr Wohngruppen seien nötig. Entsprechend viele Anträge kommen beim Verein Sternstunden an.

Mittlerweile müssen bis zu 50.000 Kinder in Deutschland aus ihrem familiären Umfeld herausgenommen werden. "Das heißt, die Fälle der Inobhutnahme nehmen dramatisch zu. Das hat auch zu tun mit Verwahrlosung, mit Gewalt, mit Übergriffigkeit." Hier sieht Jansing für die nächsten Jahre die größte Herausforderung.