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Steinmeier zu Bayerns Impfkampagne: Alle Impfstoffe sind sicher | BR24

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Die aktuelle Impfkampagne zieht nicht so richtig. Jetzt hat sich Bundespräsident Steinmeier mit Mitarbeitern aus dem Gesundheits- und Pflegebereich in Bayern ausgetauscht, um zu erfahren, woran es hapert.

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Steinmeier zu Bayerns Impfkampagne: Alle Impfstoffe sind sicher

Bundespräsident Steinmeier hat sich über den Stand der Corona-Impfungen in Bayern informiert. Dabei wurde deutlich, dass sich medizinisches Personal gern impfen lässt. Skepsis gebe es in der Bevölkerung – auch dem Impfstoff AstraZeneca gegenüber.

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Von
  • Birgit Schmeitzner

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat eine Bitte an die Menschen in Deutschland: Dass sie sich selbst und andere schützen - mit einer Impfung gegen das Corona-Virus. Alle zugelassenen Impfstoffe, betont Steinmeier, seien wirksam und verträglich. Er könne die Zurückhaltung etwa AstraZeneca gegenüber nur schwer verstehen: "Das ist, um es deutlich zu sagen, ein ziemliches Luxusproblem". Gerade aus Sicht der Millionen Menschen, die auf ihren Impftermin warten.

Erfahrungen im Impfzentrum Fürth

Wie es mit dem Impfen vor Ort aussieht, lässt sich der Bundespräsident von vier zugeschalteten Gästen aus Bayern erzählen. Michael Hubmann, ärztlicher Leiter des Impfzentrums Fürth, ist zufrieden mit dem Start. Mit den Altenheimen sei man durch, beim ambulanten Pflegepersonal schon sehr weit, werde wohl bald auch Unter-80-Jährige impfen können. Auch laufe ein Modellversuch, wie bald die Hausärzte eingebunden werden können – die wissen laut Hubmann selbst am besten, welche Patienten vordringlich Schutz gegen das Corona-Virus brauchen. Ihre Daten müsse man jetzt mit der bayerischen Daten-Software verknüpfen. Diese Schnittstelle sei "die Herkulesaufgabe", nicht das Impfen.

Hotspot Tirschenreuth: Ein Jahr "an der Corona-Front"

Die medizinische Direktorin der Kliniken Nordoberpfalz, Michaela Hutzler, hat andere Probleme: ständig belegte Intensivbetten, Operationen, die deshalb verschoben werden, die Notfallversorgung der Region belastet. Das gehe jetzt schon ein Jahr so, die Belegschaft arbeite seitdem durch an der Corona-Front.

Hutzler sieht nach dem Anlaufen der Impfungen aber erste Erfolge. Seit Mitte Januar würden deutlich weniger Patienten aus Pflegeheimen, in denen geimpft wurde, stationär eingeliefert. Das Durchschnittsalter der Patienten sinke und das bedeute auch: kürzere Liegezeiten, die Betroffenen können schneller nach Hause entlassen werden.

Impfskepsis: Vorbehalte in der Bevölkerung

Impfskepsis nimmt in dem Gespräch mit dem Bundespräsidenten einen breiten Raum ein. Alle in der Runde erleben, dass Vorbehalte geäußert werden - sei es gegen einen Impfstoff oder gegen das Impfen an sich. Das gelte weniger für das Personal, aber viele in der Bevölkerung erreiche man schlecht. Reden hilft, sagt die Altenpflegerin Zilli Wagner aus Forchheim, und sie hat auch ein Argument parat, das sie für das überzeugendste hält: "Ich kann mich zwar vielleicht noch anstecken, aber dieser Verlauf ist nicht so schwer" und führe eben nicht in die Intensivstation.

"Die Leute emotional abholen"

Insgesamt, da sind sich aber alle Gesprächsteilnehmer einig, sind Vorbehalte gegen das Impfen oft emotional motiviert, mit Argumenten allein komme man da nicht weit. Wir müssen die Leute emotional abholen, sagt der Krankenpfleger Gerhard Stolzenberg. Damit habe er in seiner psychosomatischen Tagesklinik in München gute Erfahrungen gemacht: "Jeden ernst nehmen: Warum hast Du Angst davor, was geht Dir im Kopf herum?" Dieser Austausch bewirke sehr viel, könne ein Schlüssel sein. Stolzenberg findet es wichtig, den Menschen zum Beispiel über gezielte Kampagnen eine Perspektive zu geben: Impfen als Weg zurück zur Normalität.

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