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Steinmeier wünscht sich USA ohne nationalen Egoismus | BR24

© ARD

Vor allem im früher geteilten Berlin wurde groß gefeiert, mit viel Polit-Prominenz und Zeitzeugen, die vor 30 Jahren die großen Momente miterlebt haben.

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Steinmeier wünscht sich USA ohne nationalen Egoismus

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ruft in seiner Rede zu 30 Jahre Mauerfall am Brandenburger Tor in Berlin die Deutschen leidenschaftlich dazu auf, Mauern in den Köpfen einzureißen. Für die Trumpschen USA hat er einen kleinen Seitenhieb übrig.

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Der 9. November 1989 - Frank-Walter Steinmeier war damals nicht in Berlin, leider, wie er selbst in seiner Rede zum 30. Jahrestags des Mauerfalls sagt: "Wie gern wäre ich dabei gewesen."

Dank an friedliche Revolutionäre der DDR

Bei den Feierlichkeiten zu 30 Jahren friedlicher Revolution und Mauerfall am Brandenburger Tor beschwört Steinmeier die Gänsehaut-Bilder von damals, betont, was für ein Glück diese Nacht des 9. November für Deutschland und ganz Europa war. Er dankt den Menschen in Osteuropa ebenso wie Michail Gorbatschow und Ronald Reagan, vor allem betont er aber die Rolle der friedlichen Revolutionäre: "Sie, die Mutigen in der DDR, haben Geschichte geschrieben. Dafür können wir ihnen auch 30 Jahre später nicht dankbar genug sein."

"Diesem Amerika verdanken wir Deutschen viel"

Steinmeier dankt den USA für ihre Unterstützung: "Ich sehe ihn noch vor mir: Ronald Reagan hier vor dem Brandenburger Tor. Und ich höre noch sein 'Tear down this wall!' Diesem Amerika verdanken wir Deutschen viel." In seinen Dank an das Amerika unter Präsident Reagan mischt sich auch indirekte Kritik an den USA Donald Trumps: Steinmeier wünscht sich "dieses Amerika" als Partner in gegenseitigem Respekt, als Partner für Demokratie und Freiheit, gegen nationalen Egoismus".

"Nie wieder"

Doch der 9. November ist nicht nur ein Freudentag der deutschen Geschichte: "Der 9. November erinnert auch an die Zerstörung dieser ersten Demokratie, an den Absturz in die Barbarei, an brennende Synagogen, an die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden", betont Steinmeier. Er erinnert auch an den Anschlag von Halle, über die Verantwortung der Gesellschaft im Kampf gegen Rassenhass und Antisemitismus.

"Streiten wir für diese Demokratie!"

Steinmeier beklagt einen fehlenden Zusammenhalt der Menschen in Deutschland, trotz 30 Jahren des Zusammenwachsens. Quer durchs Land gebe es "Mauern aus Frust, Mauern aus Wut und Hass".

"Wenn wir uns heute Abend mit Dankbarkeit, mit Tränen in den Augen, an die Mutigen von damals erinnern, dann können wir doch nicht gleichzeitig dabei zugucken, wie das, was sie erkämpft haben, in Vergessenheit gerät. Wir dürfen nicht zulassen, dass Menschen ausgegrenzt und angegriffen werden, dass die Demokratie verhöhnt, dass der Zusammenhalt in diesem Land zerstört wird!" Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier