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"Guter Journalismus": Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier bei der Verleihung des Theodor-Wolff-Preises

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    Steinmeier: "Guter Journalismus gibt Orientierung"

    Bundespräsident Steinmeier wünscht sich "kritisch geprüfte", verständliche Texte, sagte er bei der Verleihung des Theodor-Wolff-Preises. Zwei Preise gehen nach Bayern: an das Digital-Team der Münchner Abendzeitung und an die Süddeutsche Zeitung.

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    • BR24 Redaktion

    Für den "guten Journalismus", den der Bundespräsident fordert, "braucht es nicht in erster Linie entschiedene Meinungen", sagt er. Denn: Die bildeten sich die Menschen gerne selbst. Deshalb wünscht sich Frank-Walter Steinmeier, und er verweist dabei auf's Publikum und dessen Wünsche, "kritisch geprüfte, verständlich dargestellte Tatsachen: Transparenz im Unübersichtlichen."

    Wer hat was warum gesagt?

    Steinmeier erinnert in diesem Zusammenhang an die Debatte um #Allesdichtmachen. Da seien "die Wellen aus Empörung und Gegenempörung" sehr viel schneller und lautstärker durch die Republik geschwappt, als dass eine nüchterne Antwort auf die Frage gesucht worden sei: Wer hat da eigentlich was und warum gesagt? Sein Vorschlag: "Erst Berichterstattung, dann Meinung, dafür wäre ich nicht nur als Präsident, sondern als Leser gelegentlich sehr dankbar."

    Ausgezeichnetes aus Bayern

    Der Theodor-Wolff-Preis 2021, ausgelobt vom BDZV, dem Bundesverband Digitalpublisher und Zeitungsverleger (BDZV) geht an Hatice Akyün, Wolfgang Bauer, Anna Petersen, Elisa Schwarz (Süddeutsche Zeitung) und das Digital-Team der Münchner Abendzeitung (AZ).

    Die Onliner der Münchner Abendzeitung wurden ausgezeichnet für ihren Auftritt mit "München hat die Wahl". Ihr Digitalangebot zur Kommunalwahl in München sei, so die Jury, "ein gutes Konzept für die Vorbereitung von Wahlen", "spielerisch und ideenreich", "zum Nachmachen einladend". Preiswürdig und - wie immer bei digitalen Angeboten - vor allem Teamarbeit. Urkunde und die gewichtige Glastrophäe gehen an: Jeanne Jacobs, Sophie Anfang, Emily Engels, Felix Müller, Paul Nöllke und Lukas Schauer.

    Beim Thema des Jahres "Corona - Leben im Ausnahmezustand" vergibt die Jury den Preis an Elisa Schwarz (Süddeutsche Zeitung, München). Ihre bewegende Reportage "Der Riss" beschreibt das Auseinanderbrechen einer Freundschaft in Zeiten von Corona. Zwei enge Freundinnen trennen plötzlich Welten. Die Jury: Die Problematik, dass "Wissenschaftsfragen im pandemiebedingten Ausnahmezustand zu Glaubensfragen" würden, werde die Gesellschaft noch lange begleiten. Hier spiegele der Konflikt engster Freundinnen über die Einschätzung der Virusgefahr "in der Nussschale die große Politik".