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Steinmeier gegen "Impfstoffnationalismus" | BR24

© dpa-Bildfunk/Bernd von Jutrczenka

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier beim Weltgesundheitsgipfel

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    Steinmeier gegen "Impfstoffnationalismus"

    Bundespräsident Steinmeier und UN-Generalsekretär Guterres haben zum Auftakt des Weltgesundheitsgipfels eine bessere Zusammenarbeit bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie angemahnt. Steinmeier hat dabei vor allem die USA im Blick.

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    Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat zum Auftakt des Weltgesundheitsgipfels an die internationale Staatengemeinschaft appelliert, bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie besser zusammenzuarbeiten. "Niemand ist sicher vor Covid-19, bevor nicht alle davor sicher sind", sagte Steinmeier in einer Videobotschaft für den World Health Summit. Die Pandemie müsse mit einem Geist der Zusammenarbeit, nicht im Geist des "Impfstoffnationalismus" überwunden werden.

    Weltweit haben sich wohlhabende Staaten, darunter auch Deutschland, bereits vor der Zulassung Millionen Impfstoffdosen durch Vorverträge mit den Herstellern gesichert. "Wir alle wissen auch, dass Regierungen zuallererst ihrer eigenen Bevölkerung verpflichtet sind", sagte Steinmeier. Aber zur Wahrheit gehöre auch, dass eine solche frühzeitige Impfstoffsicherung einiger zu Lasten anderer gehen werde.

    Appell an die USA

    Steinmeier rief zur Unterstützung der internationalen Impfinitiative Covax auf. Die von der Weltgesundheitsorganisation WHO getragene Initiative setzt sich für eine faire Verteilung der Mittel auch an arme Länder ein. Das Virus kenne keine Grenzen, in seinem Angesicht seien wir zweifellos eine Weltgemeinschaft, sagte Steinmeier. "Aber die entscheidende Frage ist doch: Sind wir auch in der Lage, als eine solche zu handeln?"

    Er rief besonders die USA dazu auf, internationale Bemühungen zur gerechten Verteilung zu unterstützen. Die USA sind bisher nicht Teil von Covax. "Kein Land fehlt zum Erfolg der bisherigen Anstrengungen so sehr wie die Vereinigten Staaten von Amerika", sagte Steinmeier und appellierte an die Regierung in Washington, sich der Initiative anzuschließen.

    "Die größte Krise der modernen Zeit"

    UN-Generalsekretär António Guterres erklärte, der Covid-19-Ausbruch sei die größte Krise der modernen Zeit. Wenn Länder den Erkenntnissen von Wissenschaftlern folgen und zusammenarbeiten würden, könne die Pandemie jedoch bewältigt werden.

    Auch der Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Tedros Adhanom Ghebreyesus, betonte, Zusammenarbeit sei der einzige Weg für die Weltgemeinschaft, sich von der Krankheit zu erholen.

    Von der Leyen fordert Führungsrolle der EU

    Die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, erklärte, der Kampf gegen Corona könne ein Musterfall für einen wirklichen globalen Gesundheitsvertrag sein. "Dafür ist eine klare Führungsrolle nötig und die Europäische Union sollte diese Verantwortung übernehmen."

    Der mehrtägige "World Health Summit" mit Vorträgen und Diskussionsrunden sollte ursprünglich mit rund 2.000 Teilnehmern in Berlin stattfinden. Wegen der Pandemie wurde die Veranstaltung zur einer reinen Online-Konferenz umgewandelt. Die Teilnehmer diskutieren nun per Video miteinander.

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