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Der Berliner Senat reagiert auf die steigende Zahl der Corona-Infektionen: So wird es künftig eine Sperrstunde für Geschäfte, Bars und Restaurants geben.

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Steigende Corona-Zahlen: Berlin beschließt Sperrstunde

Der Berliner Senat reagiert auf die steigende Zahl der Corona-Infektionen: So wird es künftig eine Sperrstunde für Geschäfte, Bars und Restaurants geben. Auch Frankfurt am Main droht zum Virus-Hotspot zu werden - und verschärft daher die Regeln.

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  • BR24 Redaktion

Wegen des starken Anstiegs der Corona-Infektionen gelten in Berlin bald eine nächtliche Sperrstunde und strengere Kontaktverbote für drinnen und draußen: Die meisten Geschäfte sowie alle Restaurants und Bars müssen von 23.00 Uhr bis 06.00 Uhr schließen. Das beschloss der Senat am Dienstag. Ausnahmen sind demnach etwa für Apotheken oder Tankstellen geplant, letztere dürfen in der Nacht aber keinen Alkohol mehr verkaufen.

Im Freien dürfen sich von 23.00 Uhr bis 06.00 Uhr nur noch fünf Personen oder Menschen aus zwei Haushalten versammeln, wie der Senat weiter beschloss. An privaten Feiern in geschlossenen Räumen dürfen nur noch maximal 10 statt bisher 25 Personen teilnehmen. Die Maßnahmen zielen vor allem auf private Feiern und illegale Partys, die die Berliner Behörden als Treiber des Infektionsgeschehens sehen. Sie sollen ab Samstag gelten - und sind zunächst bis 31. Oktober befristet.

Erst seit vergangenem Samstag gelten in Berlin neue Beschränkungen, die der Senat in der Vorwoche beschlossen hatte: Private Feiern im Freien mit mehr als 50 Teilnehmern sind seitdem verboten. In geschlossenen Räumen gilt eine Obergrenze von 25 Teilnehmern. Neu ist auch eine Maskenpflicht in Bürogebäuden.

Söder: Corona in Berlin "am Rande der Nicht-mehr-Kontrollierbarkeit"

Trotz dieser Beschlüsse war Berlin wegen des raschen Anstiegs der Infektionszahlen weiter unter Druck geraten. Mehrfach forderten Vertreter der Bundesregierung öffentlich, die Stadt möge mehr zur Bekämpfung der Corona-Pandemie und zur Durchsetzung der Regeln tun, unter anderem Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU).

Auch Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) rief die Verantwortlichen in der Bundeshauptstadt zu einem entschiedeneren Kampf gegen die steigenden Corona-Zahlen auf. "Mir macht die Berliner Situation ausdrücklich Sorgen. Ich befürchte, das ist am Rande der Nicht-mehr-Kontrollierbarkeit", sagte Söder heute vor einer Kabinettssitzung in München. Er verwies darauf, dass München es mit verschärften Anti-Corona-Maßnahmen geschafft habe, den Anstieg der Infektionszahlen zu bremsen.

In Berlin waren die Corona-Zahlen wie vielerorts in Deutschland zuletzt deutlich gestiegen. Vier der zwölf Bezirke haben die kritische Schwelle von 50 Fällen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen überschritten. Für Berlin insgesamt liegt der Wert aktuell bei etwa 44.

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Bayerns Ministerpräsident Markus Söder blickt mit Sorge auf die Entwicklung der Corona-Zahlen in der Hauptstadt. Berlin müsse vor allem für eine bessere Verfolgbarkeit der Infektionswege sorgen, sagte er.

Sperrstunde auch in Frankfurt

Auch Frankfurt am Main führt nach einem rasanten Anstieg der positiven Corona-Tests voraussichtlich ab Freitag neue Beschränkungen ein. Unter anderem wird eine Sperrstunde von 22.00 Uhr bis 06.00 Uhr gelten, der Konsum von Alkohol im öffentlichen Raum verboten und werden private Feiern in öffentlichen oder angemieteten Räumen auf höchstens 25 Teilnehmende beschränkt, teilte die Stadt mit. In Einkaufspassagen und großen Einkaufsstraßen werde eine Maskenpflicht eingeführt.

Gesundheitsdezernent Stefan Majer (Grüne) rechnet damit, dass schon in den nächsten Tagen die Zahl von 50 Infizierten je 100.000 Einwohnern an sieben aufeinanderfolgenden Tagen überschritten werden könnte, wie er sagte. Das entspricht der Warnstufe Rot des Eskalationskonzepts des Landes. Am Dienstagvormittag betrug diese sogenannte 7-Tage-Inzidenz in Frankfurt 46,5 Fälle.

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