Zurück zur Startseite
Deutschland & Welt
Zurück zur Startseite
Deutschland & Welt

Strache-Video: Die Spur führt von Österreich nach München | BR24

© BR

Ein österreichischer Detektiv sei maßgeblich an der Herstellung des Ibiza-Videos beteiligt gewesen, das zur Regierungskrise in Österreich geführt hat. Dies berichten österreichische Medien.

40
Per Mail sharen
Teilen
  • Artikel mit Audio-Inhalten

Strache-Video: Die Spur führt von Österreich nach München

Neue Erkenntnisse zur Strache-Affäre: Ein österreichischer Detektiv mit Niederlassung in München sei maßgeblich an der Herstellung des Ibiza-Videos beteiligt gewesen, das berichten nun österreichische Medien.

40
Per Mail sharen
Teilen

Die ganze Welt rätselt, wer hinter dem brisanten Ibiza-Video steckt. Es hat zum Rücktritt des damaligen FPÖ-Chefs Heinz-Christian Strache und des FPÖ-Politikers Johann Gudenus am vergangenen Samstag und der anschließenden Regierungskrise geführt. Nun heißt es, ein österreichischer Detektiv habe maßgeblich an der Herstellung des Videos mitgewirkt. Dies berichten österreichische Medien wie die Tageszeitungen "Die Presse", der "Standard" und Kurier unter Berufung auf eigene Recherchen.

Erster Kontakt zum Anwalt in Wien

Danach sei eine Immobilienmaklerin an Gudenus, der Grundstücke geerbt habe, mit dem Vorschlag herangetreten, einen Kontakt zu einem Wiener Anwalt herzustellen. Dieser Anwalt habe dem FPÖ-Politiker mitgeteilt, dass er eine angeblich russische Oligarichen-Nichte kenne, die an den Grundstücken interessiert sei. Im März 2017 sei es in einem Wiener Innenstadtlokal zu einem ersten Kontakt gekommen.

Staatsanwaltschaft prüft Umstände von Strache-Video

Laut den Medienberichten haben an diesem Treffen Gudenus, die vermeintliche Oligarchen-Nichte, der österreichische Detektiv, der in München eine Detektei unterhalten habe, und der Wiener Anwalt teilgenommen. Dieser Detektiv sei der Begleiter der angeblichen Oligarchen-Nichte auf Ibiza gewesen. Auf Anfrage des ARD-Studios Wien erklärte die zentrale Staatsanwaltschaft zur Verfolgung von Wirtschaftsstrafsachen und Korruption, dass der Sachverhalt "im Zusammenhang mit der Erstellung des Videos" geprüft werde. Wer die Auftraggeber des Videos sind, ist weiterhin nicht bekannt.

Regierungskrise durch Ibiza-Video in Österreich

Das Skandal-Video aus Ibiza aus dem Sommer 2017 führte zu einer schweren Regierungskrise in Österreich. Das heimlich aufgenommene Video zeigt, wie der spätere Vizekanzler Strache (FPÖ) mit einer vermeintlichen russischen Investorin über eine Zusammenarbeit redet. Dabei geht es auch um mögliche Staatsaufträge im Gegenzug für verdeckte Wahlhilfe für die FPÖ und um Einflussnahme auf Medien.

Inzwischen kam es zum Bruch der Regierungskoalition. Strache ist als Vize-Kanzler und auch als FPÖ-Chef zurückgetreten. Gudenus verließ die Partei. Österreich steht nun vor Neuwahlen. Bundeskanzler Sebastian Kurz muss sich nach der EU-Wahl am kommenden Montag einem Misstrauensvotum stellen.