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Startschuss für den Nutri-Score auf Lebensmitteln | BR24

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Nach jahrelanger Debatte wird nun der "Nutri-Score" Realität: Eine Skala aus Buchstaben und Farben soll es Kunden erleichtern, Produkte zu vergleichen. Das Ziel von Bundesernährungsministerin Julia Klöckner: "Einfach besser essen".

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Startschuss für den Nutri-Score auf Lebensmitteln

Nach jahrelanger Debatte wird nun der "Nutri-Score" Realität: Eine Skala aus Buchstaben und Farben soll es Kunden erleichtern, Produkte zu vergleichen. Das Ziel von Bundesernährungsministerin Julia Klöckner: "Einfach besser essen".

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Von
  • Birgit Schmeitzner

Eine Info-Kampagne begleitet die Nutri-Score-Einführung: Am Bundeslandwirtschaftsministerium startete ein Auto mit großer Werbetafel zu einer Tour durch Berlin. Es wurden Broschüren produziert, die in Supermärkten ausgelegt werden sollen. Bundesernährungsministerin Julia Klöckner sagte, die Kennzeichnung solle den Verbrauchern Orientierung geben, um sich im Laden schneller zu entscheiden und "einfach besser zu essen".

Klarheit am Supermarkt-Regal

Der Bundesvorsitzende der Verbraucherzentralen, Klaus Müller, lobte die Kennzeichnung als leicht verständlich. Müller geht davon aus, dass der Nutri-Score einen Wettbewerb in der Lebensmittelindustrie auslöst. Es lohne sich jetzt, gesündere Produkte mit weniger Salz, Zucker oder Fett und mit mehr Vitaminen und Ballaststoffen herzustellen. "Damit erhoffen wir uns die Innovationen, die die Verbraucher von der Lebensmittelwirtschaft erwarten."

Beim Algorithmus, über den die Einstufung berechnet wird, sieht Müller noch Nachbesserungsbedarf. Auch Klöckner sieht da noch "Stellschrauben", etwa in der Frage, ob Olivenöl nicht besser eingestuft werden müsste.

Bedenken der Lebensmittelwirtschaft

Lebensmittelverbandschef Philipp Hengstenberg räumt ein, die Unternehmen hätten schon damit gerungen, ob, wann und wie es einen NutriScore geben soll. Manche sähen sich in ihrer Existenz bedroht. Die Branche sollte laut Hengstenberg aber anerkennen, dass sich die Verbraucher so eine Kennzeichnung wünschen.

Hengstenberg begrüßt, dass der Nutri-Score freiwillig ist. Verbraucherschützer sind nicht recht glücklich damit. Aber auch sie wissen, dass das Europarecht derzeit keine verpflichtende Regel hergibt.

Skala: Vom grünem A bis zum roten E

Der NutriScore ist eine Skala mit fünf Farben und Buchstaben: Sie reicht von A in dunkelgrün (ausgewogenes Produkt) bis zu E in tiefrot (vergleichsweise viel Fett, Salz oder Zucker). Über einen Algorithmus werden Energiegehalt und Anteil an günstigen oder ungünstigeren Nährstoffen verrechnet. Der Aufdruck soll auf der Vorderseite der Lebensmittel angebracht und so gut sichtbar sein.

Die mit Bundestag und Bundesrat abgestimmte Verordnung wurde am Donnerstag im Bundesgesetzblatt veröffentlicht, am Freitag tritt sie in Kraft. Klöckner geht davon aus, dass das System die Hersteller mittelfristig motivieren wird, die Rezepturen ihrer Produkte so zu verändern, damit sie eine bessere Einstufung bekommen.

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