BR24 Logo
BR24 Logo
Deutschland & Welt

"Ständig neue Schikanen": Wirte prangern Bürokratie an | BR24

© picture-alliance/dpa

Gastwirtschaft kämpft mit Bürokratie

8
Per Mail sharen
Teilen

    "Ständig neue Schikanen": Wirte prangern Bürokratie an

    Die Gastwirte in Bayern müssten sich mit zu vielen Vorschriften herumschlagen, beklagt Verbandspräsidentin Inselkammer. Die Bundesregierung und die EU würden die Wirte mit immer neuen Regeln überfluten.

    8
    Per Mail sharen
    Teilen

    Die bayerischen Gastwirte werfen der Bundesregierung und der EU eine Überflutung mit bürokratischen Vorschriften vor. Jede einzelne für sich möge sinnvoll erscheinen - "es ist aber die Masse der Vorschriften, die nicht mehr zu bewältigen ist", sagte Verbandspräsidentin Angela Inselkammer in München: "Das Maß ist voll!" Vor allem kleine Wirte "können nicht mehr leisten, was ihnen vom Staat aufgebürdet wird".

    Wirtepräsidentin kritisiert "Schikanen"

    Die Liste reiche von Gefährdungsbeurteilung zum richtigen Besteigen einer Leiter über die Auflistung aller Allergene bis zur Datenschutzgrundverordnung. Das "Gastgewerbe bekommt ständig neue Schikanen serviert", kritisierte die Wirtepräsidentin. Verrückt sei, dass die EU Wirte zwingen wolle, Trinkwasser umsonst auszuschenken. Die Branche lebe von Dienstleistungen, bediene ihre Gäste auch abends, an Sonn- und Feiertagen, und das müsse auch honoriert werden.

    Inselkammer fordert reduzierte Umsatzsteuer

    Unverständlich sei auch, "wie Produzenten von Plastikmüll steuerlich bevorzugt werden", kritisierte Inselkammer. Denn Essen zum Mitnehmen werde nur mit 7 Prozent, Essen im Gasthaus jedoch mit 19 Prozent besteuert. "Gleiche Steuern auf Essen: Wir fordern den reduzierten Umsatzsteuersatz auf alle Lebensmittel", sagte sie beim Branchentreffen vor gut 2.000 Wirten auf dem Münchner Frühlingsfest.

    Wirtshaussterben in Deutschland

    Laut Statistischem Bundesamt ist allein zwischen 2008 und 2016 die Anzahl der sogenannten Schankwirtschaften um 20 Prozent zurückgegangen. Das heißt: Jedes fünfte Wirtshaus in Deutschland hat in dieser Zeit dicht gemacht. Das Gastgewerbe zählt mit 447.000 Erwerbstätigen und 10.000 Auszubildenden zu den größten Wirtschaftszweigen im Freistaat.