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Michael Roth (SPD)

Nach dem EU-Gipfel zum Thema sagte Michael Roth (SPD) im Interview mit der radioWelt am Morgen auf Bayern 2: "Wenn ich eine Idee hätte, wäre ich wahrscheinlich der meist begehrte Mann in der Europäischen Union."

"Befinden uns nicht auf einem Viehmarkt"

"Es liegen alle Vorschläge auf dem Tisch. Die EU ist der britischen Seite sehr weit entgegengekommen. Aber es ist bislang alles auf Ablehnung gestoßen. Und wir befinden uns bei diesen Verhandlungen eben nicht auf einem Viehmarkt oder in klassischen Tarifverhandlungen."

Für Roth ist der Konflikt so zu erklären: "Wir haben natürlich die Interessen der Bürger der EU und auch Deutschlands zu wahren. Und die Briten wollen raus, aber sie wollen auch keine Nachteile in Kauf nehmen. Und das macht es so schwierig."

"Zeit läuft uns davon"

Der Staatsminister für Europa, der bei den Brexit-Gesprächen beim EU-Gipfel in dieser Woche dabei war, machte klar: "Natürlich wollen wir keinen' No Deal'. Das wäre weder einfach für uns, noch einfach für die britische Seite. Aber die Zeit läuft uns eben davon."

"Wenn wir bis Februar nicht richtig vorankommen, dann wird es Ende März einen ungeregelten Austritt geben und das wäre die schlechteste aller Möglichkeiten."

Trotz der Verhandlungen bereitet sich die Bundesregierung nach den Worten des SPD-Politikers auf alle Szenarien vor.

"Wir wollen zumindest den derzeitigen Zustand absichern, auch wenn es zu einem harten und ungeregelten Brexit kommen sollte. Das ist sehr viel Detailarbeit. Das ist nicht ganz einfach, aber wir sind da dran."