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"Staatsgefährdende Gewalttat": Razzien gegen Islamisten | BR24

© pa / dpa

Blaulicht (Symbolbild)

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    "Staatsgefährdende Gewalttat": Razzien gegen Islamisten

    Mutmaßliche Islamisten stehen immer wieder im Visier deutscher Sicherheitsbehörden. Nun sind die Ermittler mit einer gezielten Aktion in vier Bundesländern gegen Verdächtige vorgegangen. Hatten sie einen Terroranschlag geplant?

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    Ermittler haben am Dienstagvormittag eine großangelegte Razzia im islamistischen Milieu durchgeführt. Durchsuchungen fanden an insgesamt neun Orten statt. In Berlin gab es Razzien in Hellersdorf, Hohenschönhausen, Spandau und Köpenick, in Brandenburg in Ludwigsfelde, in Nordrhein-Westfalen in Hagen und in Thüringen in Arnstadt. Rund 180 Polizeikräfte waren im Einsatz.

    Die Durchsuchung hätten Klarheit über die Motivlage bringen sollen, erklärte die Generalstaatsanwaltschaft Berlin. Es bestehe Verdacht auf Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat. Mit dem Begriff der "schweren staatsgefährdenden Gewalttat" umschreiben die Behörden aber normalerweise geplante Terroranschläge.

    Laut Martin Steltner, dem Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft, sind möglicherweise ein Einkaufszentrum und eine Synagoge ausgespäht worden. Eine konkrete Anschlagsgefahr habe aber noch nicht bestanden, sagte Steltner. Auch gab es keine Festnahmen. Beschlagnahmt wurden Bargeld, Hieb- und Stichwaffen sowie Datenträger. Diese würden jetzt ausgewertet.

    Polizeigewerkschaft: Gefahr im Keim ersticken

    Nach Einschätzung der Berliner Gewerkschaft der Polizei hat der Einsatz gezeigt, dass die Hauptstadt nach wie vor im Fokus des internationalen Terrorismus stehe. "Es ist richtig, beim geringsten Verdacht Maßnahmen zu ergreifen und eine Gefahr möglichst früh im Keim zu ersticken", sagte Landesvize Kerstin Philipp. Einsätze mit möglichem Terrorzusammenhang seien eine enorme psychische Belastung. Allein der Fund von Waffen zeige die Gefährlichkeit.

    Konfliktregion im Kaukasus

    Die Razzien richteten sich gegen tschetschenischstämmige Beschuldigte aus dem islamistischen Milieu, hieß es weiter. Die Teilrepublik Tschetschenien im Nordkaukasus an der Grenze zu Georgien gilt seit Jahrzehnten als Konfliktregion, ethnische Tschetschenen leben in aller Welt verstreut. Nach dem Zerfall der Sowjetunion verhinderte Moskau eine Abspaltung des Gebietes in zwei Kriegen mit Zehntausenden Toten. Terroristen trugen den Kampf immer wieder nach außen.

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