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Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Ex-FPÖ-Chef Strache | BR24

© dpa-Bildfunk/Roland Schlager

Wiener Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Ex-FPÖ-Chef Strache

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Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Ex-FPÖ-Chef Strache

Die Wiener Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den Ex-Vizekanzler Heinz-Christian Strache. Er und zwei frühere Mitarbeiter sollen bei der Partei unzulässige Rechnungen eingereicht haben. Strache spricht von einer "Schmutzkübelkampagne".

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Die Wiener Staatsanwaltschaft ermittelt nach eigenen Angaben gegen den ehemaligen FPÖ-Vorsitzenden und Ex-Vizekanzler Heinz Christian Strache wegen des Verdachts der Untreue. Wie es in einer schriftlichen Mitteilung der Behörde am Donnerstagvormittag weiter hieß, richteten sich die Ermittlungen gegen Strache, dessen frühere Büroleiterin und ehemaligen Leibwächter.

Strache: Spesenkonto von bis zu 10.000 Euro pro Monat

Die Verdächtigen sollen Rechnungen und Scheinbelege eingereicht haben, die die FPÖ dazu bringen sollten, "auch private Ausgaben zu bezahlen". Strache verfügte als FPÖ-Chef nach Angaben seines heimatlichen Wiener Landesverbands über ein Spesenkonto in Höhe von 10.000 Euro pro Monat. Zudem sei ihm ein monatlicher Wohnkostenzuschuss in Höhe von 2.500 Euro eingeräumt worden.

Leibwächter und Büroleiterin festgenommen

Bereits Anfang der Woche hatte die Wiener Staatsanwaltschaft sowohl Straches ehemaligen Leibwächter, der vermutlich jahrelang angeblich belastendes Material gegen seinen damaligen Chef gesammelt hatte, und Straches frühere Büroleiterin vorläufig festgenommen und ausführlich vernommen. Dabei habe der Ex-Leibwächter, ein Polizist und Wiener FPÖ-Lokalpolitiker, nach übereinstimmenden Berichten österreichischer Medien "ausgepackt" und eine "Lebensbeichte" gegenüber den Ermittlern abgelegt.

Ermittlungen seit 18. September

Wie die Wiener Staatsanwaltschaft am Donnerstag mitteilte, läuft das Verfahren in der Spesenaffäre seit dem 18. September. Es habe sich aus "Beweisergebnissen der Causa Ibiza" entwickelt, so die Staatsanwaltschaft.

Unerwünschte Presse über FPÖ vor der Wahl

Für die FPÖ kommen die jüngsten Entwicklungen rund um ihren ehemaligen Parteichef wenige Tage vor den Nationalratswahlen am Sonntag zur Unzeit. Schlagzeilen wie "Strache-Beben", und "Strache Causa zerreißt FPÖ" dominieren die Berichterstattung. Der neue Parteichef Norbert Hofer gab bereits am Dienstag auf seiner Facebook-Seite die Botschaft aus:

"Ich versichere an dieser Stelle, dass alle Vorwürfe, die jetzt gegen Heinz Christian Strache erhoben werden, von unserer Partei bis ins kleinste Detail untersucht werden. Dies werden wir rasch und gewissenhaft durchführen. Und wir werden die Öffentlichkeit über die Ergebnisse informieren, und ich werde als Obmann der Freiheitlichen Partei auch nicht zögern, die nötigen und angebrachten Konsequenzen zu ziehen, sollten sich die Vorwürfe bestätigen." Norbert Hofer, Parteichef der FPÖ auf seiner Facebook-Seite

FPÖ will interne Untersuchungen erst nach der Wahl veröffentlichen

Die Ergebnisse der FPÖ-internen Untersuchungen wolle die Partei erst in der Woche nach den Wahlen präsentieren. Der FPÖ-Abgeordnete im Nationalrat Robert Lugar ist einer der wenigen, die sich gegenüber dem ORF dazu äußersten.

"Wenn man sich als Obmann nicht so verhält, wie man das muss aufgrund der Statuen, aufgrund der Dinge, die man auch beschlossen hat im Vorstand, dann muss es natürlich Konsequenzen geben, aber ich gehe mal nicht davon aus." Robert Lugar, FPÖ-Abgeordneter im Nationalrat

Strache: "Schmutzkübelkampagne"

Dagmar Belakowitsch, ebenfalls Parlamentsabgeordnete der FPÖ und seit vielen Jahren im Wiener Landesverband, dem auch Strache angehört:

"Dass Politiker Spesenkonten haben, ist ja an und für sich nichts ganz Ungewöhnliches. Ich sitze seit 2005 im Wiener Landesparteivorstand. Dort gab es keinen Beschluss." Dagmar Belakowitsch, Abgeordnete der FPÖ

Heinz Christian Strache wies alle Anschuldigungen zurück, es handele sich um eine "Schmutzkübelkampagne" gegen ihn.

© BR/Clemens Verenkotte

Die Wiener Staatsanwaltschaft ermittelt nach eigenen Angaben gegen den ehemaligen FPÖ-Vorsitzenden und Ex-Vizekanzler Heinz Christian Strache wegen des Verdachts der Untreue. Eine Chronologie: