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Staatsanwaltschaft Berlin übernimmt Ermittlungen gegen Hildmann | BR24

© picture alliance/Eventpress

Attila Hildmann bei einer Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen vor dem Brandenburger Tor in Berlin. (Archivbild)

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    Staatsanwaltschaft Berlin übernimmt Ermittlungen gegen Hildmann

    Die Staatsanwaltschaft Berlin hat nun die Ermittlungen gegen den prominenten Vegan-Koch Attila Hildmann übernommen. Gegen den Anhänger aggressiver Verschwörungsideologien und Corona-Leugner häufen sich bereits seit Monaten die Anzeigen.

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    Die Staatsanwaltschaft Berlin hat nun offenbar die Ermittlungen gegen Attila Hildmann übernommen. Seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie tritt der bekannte Vegan-Koch und Buchautor als Anhänger von aggressiven Verschwörungsideologien auf.

    Seit Monaten sammelten sich offenbar die Anzeigen gegen Hildmann bei der Staatsanwaltschaft an seinem Wohnort in Brandenburg, ohne, dass die Juristen dort aktiv geworden wären. Nach Informationen von Süddeutscher Zeitung, NDR und WDR hat nun die Staatsanwaltschaft Berlin den Fall übernommen.

    Hildmanns Äußerungen werden teils als antisemitisch und rechtsextrem eingestuft. Allein in den vergangenen Wochen sind laut Informationen der Süddeutschen Zeitung 40 weitere Anzeigen eingegangen - unter anderem wegen Volksverhetzung, Androhung von Straftaten, Beleidigung und Bedrohung.

    Deutschlandweit Anzeigen gegen Hildmann

    Demnach gibt es 60 Bände Akten sowie weitere 33 Fallakten aus Brandenburg, die bereits in Berlin eingetroffen seien. Die Berliner Justiz wolle alle Anzeigen, die deutschlandweit gegen Hildmann eingehen, ab jetzt zentral an sich ziehen.

    So wolle die Berliner Staatsanwaltschaft auch sicherstellen, dass Hildmann die jüngst bei ihm beschlagnahmten Laptops und Handys nicht zurückbekomme, bevor sie ausgewertet sind. Die Berliner Generalstaatsanwältin Margarete Koppers wolle "schnellstmöglich einen Antrag auf Anschlussbeschlagnahme und Durchsuchung der Geräte an den Ermittlungsrichter oder die Ermittlungsrichterin stellen", wie die Süddeutsche Zeitung berichtet.

    Drohungen im Konjunktiv eventuell doch strafbar

    Generalstaatsanwältin Koppers will außerdem prüfen, ob Hildmanns Strategie, bei seinen Äußerungen teilweise im Konjunktiv zu schreiben, nicht doch strafbar ist. So hatte Hildmann beispielsweise im Juli geschrieben: "Wenn ich Reichskanzler wäre", bevor er fortfuhr: Für den Grünen-Politiker Volker Beck sollte die Todesstrafe "durch Eiertreten" eingeführt werden.

    "Auch wenn jemand scheinbar im Konjunktiv spricht, kann das unter Umständen dieselbe aufhetzende Wirkung bei den Zuhörenden auslösen", sagt Koppers. Sie will eine klärende, möglichst obergerichtliche Rechtsprechung erreichen.

    Wohnungsdurchsuchung am vergangenen Dienstag

    Erst am Dienstag hatten Staatsschützer der Brandenburger Polizei die Wohnung Hildmanns in Brandenburg durchsucht und dabei sechs Laptops und Computer, mehrere Mobiltelefone und weitere Speichermedien beschlagnahmt. Das Ziel der Untersuchung sei gewesen, "die Begehung weiterer Straftaten im Internet zu verhindern", wie der zuständige Polizeisprecher sagte. In seinem Nachrichtenkanal bei Telegram hatte Hildmann den Polizeieinsatz bestätigt.

    Hildmann vor allem über Chatdienst Telegram aktiv

    Seit Beginn der Corona-Pandemie trat der Promi-Koch nicht nur als Kritiker der Corona-Maßnahmen, sondern auch als Vertreter von Verschwörungsideologien in Erscheinung. Hildmann bezeichnet sich selbst als "ultrarechts" und als einen Verschwörungsprediger. Vor allem über den Chatdienst Telegram verbreitet der 39-Jährige etwa, die Bundesregierung beabsichtige gemeinsam mit jüdischen Institutionen einen Massenmord, und bedroht mitunter auch einzelne Personen.

    Bereits im Juli hatte der Berliner Innensenat eine von Hildmann geplante Demonstration abgesagt.

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