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Srebrenica: Steinmeier mahnt zu Aufarbeitung und Versöhnung | BR24

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Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier mahnt anlässlich des Gedenkens an den Völkermord von Srebrenica vor 25 Jahren zur weiteren Aufarbeitung.

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Srebrenica: Steinmeier mahnt zu Aufarbeitung und Versöhnung

Beim Massaker von Srebrenica heute vor 25 Jahren wurden über 8.000 Bosniaken grausam ermordet. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier richtet in einer Videobotschaft einen eindringlichen Appell an Politik und Gesellschaft.

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Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat zum 25. Jahrestag des Massakers von Srebrenica zur Aufarbeitung und zugleich zur Versöhnung aufgerufen: "Erinnern an das Leid und den Schmerz ist ein zentraler Baustein für Versöhnung. Genauso gehört die strafrechtliche Aufarbeitung der Geschehnisse dazu. Damit ist es aber nicht getan", sagte das deutsche Staatsoberhaupt in einer Videobotschaft für die zentrale Gedenkveranstaltung in Bosnien und Herzegowina.

Srebrenica: Aufarbeitung dauert noch an

Bei dem Massaker im ostbosnischen Srebrenica waren heute vor 25 Jahren mehr als 8.000 muslimische Männer und Jungen von bosnisch-serbischen Verbänden ermordet und anschließend in Massengräbern verscharrt worden. Noch heute läuft die Suche nach Vermissten.

Das im Bosnienkrieg (1992-1995) verübte Verbrechen gilt als der erste Völkermord auf europäischem Boden seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges 1945. Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat bis heute 16 der Haupttäter verurteilt, fünf von ihnen zu lebenslänglichen Haftstrafen. Die politische und juristische Aufarbeitung dauert weiter an.

Steinmeier: "Wünsche Mut sich dem Erbe zu stellen"

Steinmeier verwies in seiner Rede auf jene in Bosnien und Herzegowina sowie der ganzen Region des Westbalkans, die für Versöhnung eintreten: "Es gilt neue Brücken zu bauen, wo alte zerstört wurden. Vertrauen zu schaffen, wo hasserfüllte Kriegsrhetorik gegeneinander aufgewiegelt hat. Das Gespräch zu suchen, wo lange kein Wort mehr gesagt wurde."

Zudem appellierte er an die Politik: "Aus Anlass des heutigen Gedenktages wünsche ich den politischen Akteuren denselben Mut, sich endlich dem geschichtlichen Erbe zu stellen und gemeinsam die gesellschaftliche Aufarbeitung zu unterstützen. Sie ist nicht zuletzt Voraussetzung für eine friedliche und stabile Entwicklung Ihres Landes und der gesamten Region auf dem Weg nach Europa." Zuvor hatte bereits Außenminister Heiko Maas Aufarbeitung und Versöhnung gefordert.

Bundespräsident legt Fokus nicht nur auf Srebrenica

Steinmeier erweiterte den Fokus auch über Srebrenica hinaus, auf alle Opfer der Jugoslawien-Kriege: "Die Verbrechen, die hier begangen wurden, sind der extreme Ausdruck der ethnischen Säuberungen, die Ziel nicht nur einer Kriegspartei waren." Plünderungen, Vertreibungen, Folter, Mord und Massenvergewaltigungen seien an der Tagesordnung gewesen und hätten zu einer entsetzlichen Spirale der Gewalt und Gegengewalt geführt, so der Politiker.

"Unsere Gedanken sind bei allen Opfern von Krieg und Gewalt in den Auseinandersetzungen im Jugoslawien der 1990er Jahre und heute natürlich ganz besonders bei den Opfern von Srebrenica und ihren Angehörigen", sagte Steinmeier weiter.

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Vor 25 Jahren fand das schlimmste Kriegsverbrechen in Europa sei dem zweiten Weltkrieg statt. Mehr als 8.000 muslimische Männer und Jungen wurden von bosnischen Serben ermordert.