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Sputnik V: Russischer Corona-Impfstoff laut Studie hoch wirksam | BR24

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Bildrechte: pa/dpa/TASS/Pavel Aleksandrov

Der russische Corona-Impfstoff "Sputnik V" ist laut einer Studie hochwirksam. Die Ergebnisse stimmen somit mit den Wirksamkeitsdaten überein, die Russland bereits in einer früheren Studienphase im November gemeldet hatte.

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Sputnik V: Russischer Corona-Impfstoff laut Studie hoch wirksam

Nach Kritik am Fehlen von belastbaren Studien haben russische Forscher weitere Daten zum Impfstoff Sputnik V in einer renommierten Fachzeitschrift veröffentlicht. Demnach hat das Vakzin eine Wirksamkeit von 91,6 Prozent.

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  • BR24 Redaktion

Der russische Corona-Impfstoff Sputnik V hat offenbar eine hohe Wirksamkeit. Das britische Fachmagazin "The Lancet" veröffentlichte eine Studie, wonach das Mittel zu 91,6 Prozent wirksam ist.

Nachträgliche Rechtfertigung für Einsatz des Impfstoffes in Russland

Die Ergebnisse stimmten mit den Wirksamkeitsdaten überein, die Russland im November schon aus einer früheren Phase der Studie gemeldet hatte. Wissenschaftler erklärten, mit den Ergebnissen gebe es ein weiteres wirksames Werkzeug zur Bekämpfung der Corona-Pandemie. Sie rechtfertigten in gewissem Maße die Entscheidung Moskaus, den Impfstoff schon vor der Veröffentlichung der endgültigen Daten zu nutzen.

"Die Entwicklung des Sputnik-V-Impfstoffs wurde wegen der ungehörigen Eile, Abkürzungen und mangelnder Transparenz kritisiert", erklärten der Virologe Ian Jones von der Universität Reading und Polly Roy von der London School für Hygiene & Tropenmedizin, die nicht an der Studie beteiligt waren. "Das hier berichtete Ergebnis ist jedoch eindeutig. Jetzt kann sich ein weiterer Impfstoff dem Kampf gegen Covid-19 anschließen."

Sputnik V in anderen Ländern bereits zugelassen

Russland hatte Kritik auf sich gezogen, weil der Impfstoff in dem Land bereits im vergangenen August zugelassen worden war, obwohl die entscheidende Phase-3-Studie noch nicht begonnen hatte. Inzwischen hat aber eine Reihe von Ländern weltweit, darunter Argentinien, Ungarn und die Vereinigten Arabischen Emirate, das Vakzin zugelassen. Der russische Staatsfonds RDIF, der die Forschung finanziert, peilt auch eine Zulassung bei der Europäischen Arzneimittelbehörde EMA an.

Wirksamkeitsstudie von unabhängigen Experten geprüft

Die im Fachmagazin Lancet veröffentlichten Daten, die von unabhängigen Experten geprüft wurden, basieren auf einer Zwischenanalyse der entscheidenden Phase-3-Studie mit rund 20.000 Teilnehmern. Von diesen erhielten drei Viertel den Impfstoff und ein Viertel ein Placebo. 16 Covid-19-Fälle wurden in der geimpften Gruppe festgestellt, 62 Fälle traten in der Gruppe auf, die ein Placebo erhielt.

Studie läuft noch weiter

Russland hatte schon im November eine Wirksamkeit von 92 Prozent für den Impfstoff gemeldet. Sie basierte auf den Daten von 16.000 Teilnehmern, die zwei Dosen des Impfstoffs erhielten. Diese Zwischenanalyse erfolgte nach 20 Covid-19-Fällen unter den Teilnehmern. Die Studie mit dem Vakzin, das vom staatlichen Gamaleja-Institut in Moskau entwickelt wurde, läuft noch und soll letztlich 40.000 Teilnehmer umfassen. Dem Lancet-Bericht zufolge zeigte der Impfstoff auch in einer Untergruppe mit mehr als 2.100 Studienteilnehmern über 60 Jahren eine Wirksamkeit von fast 92 Prozent.

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Biontech, Moderna, Astrazeneca. Drei Firmen, drei unterschiedliche Corona-Impfstoffe. Wie läuft die Impfung für mich ab? Wo sind die Unterschiede? Wo die Gemeinsamkeiten?

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