| BR24

 
 
© dpa-Bildfunk/Jens Büttner

Symbolbild Trockenheit in Norddeutschland

Datteln oder Ananas werden wohl nicht in Bälde auf bayerischen Plantagen gedeihen. Aber Soja oder Hirse könnten Raps oder Kartoffeln in nördlichere Anbaugebiete vertreiben, sagte der Sprecher der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), Professor Thilo Streck, im Interview mit der Bayern2-radioWelt. Der Biogeophysiker untersucht Agrarlandschaften unter dem Einfluss des Klimawandels.

Dürre folgt logischerweise auf Trockenheit

Saisonale Vorhersagen seien derzeit noch nicht zuverlässig möglich. Die Warnungen der Wetterbeobachter vor einem möglichen Dürresommer 2019, sollte es weiterhin nicht regnen, nennt der Wissenschaftler eine bedingte Aussage: "Wenn es so trocken bleibt, wird’s trocken – das ist selbstverständlich."

Absolution für Klimawandel-Skeptiker erteilt Streck aber nicht:

"Die Statistiken sagen ja, dass es insgesamt wärmer und trockener wird. Worauf das zurückzuführen ist, darüber kann man sich streiten. Wir denken natürlich, dass es mit dem Klimawandel zusammenhängt. Das passt alles sehr gut zusammen. Und der Klimawandel ist in der Wissenschaft fast unumstritten." Prof. Thilo Streck, Biogeophysiker und Sprecher der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG)

Landwirte passen Arbeit an Klimaveränderung an

Die Landwirtschaft habe das bereits realisiert und reagiere auch darauf – vor allem jüngere Landwirte. Streck nennt einige Anpassungsmaßnahmen, die gar nicht so teuer sind, wie etwa die Humuswirtschaft, also die Anreicherung von organischer Substanz im Boden, eine frühere Aussaat und die Depotdüngung. Investitionen etwa in Bewässerungssysteme seien möglich, aber noch nicht rentabel.

Streck blickt dabei optimistisch in die Zukunft: Die Menschen würden sich an den Klimawandel anpassen, denn: "Wenn wir den Klimawandel nicht aufhalten, werden wir uns anpassen müssen."