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Spenderkinder sollen Auskunftsrecht bekommen | BR24

© pa/dpa

Samenproben in einem Kühldepot

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    Spenderkinder sollen Auskunftsrecht bekommen

    Der Bundestag gewährt Kindern von Samenspendern mittels einer Datenbank das Recht auf Wissen um ihre Herkunft. Die Spenderdaten werden 110 Jahre lang zentral gespeichert.

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    Kinder, die aus Samenspenden hervorgegangen sind, sollen in Zukunft Anspruch auf Auskunft des biologischen Vaters haben. Der Bundestag hat dazu gestern Abend die Einrichtung eines zentralen Samenspenderregisters beim Deutschen Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) beschlossen. Damit solle den Kindern das Recht auf Kenntnis ihrer Abstammung garantiert werden, betonte Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU).

    Eine ergänzende Regelung im Bürgerlichen Gesetzbuch schließt die gerichtliche Feststellung der rechtlichen Vaterschaft des Samenspenders aus und stellt ihn von Ansprüchen des Sorge-, Unterhalts- und Erbrechts frei - nicht zuletzt um die Bereitschaft zur Samenspende nicht zu gefährden.

    Ab 2018 sind Anträge möglich

    Das Gesetz bedarf nicht der Zustimmung durch den Bundesrat. Es tritt voraussichtlich Mitte 2018 in Kraft. Ab dann kann jeder Auskunft über die beim DIMDI gespeicherten Daten beantragen. Vor dem 16. Lebensjahr kann der Anspruch durch den gesetzlichen Vertreter geltend gemacht werden.

    In dem Register werden die personenbezogenen Angaben von Samenspendern und Empfängerinnen einer Samenspende für 110 Jahre gespeichert. Bevor eine Auskunft an ein Spenderkind erteilt wird, wird auch der Spender darüber informiert. Gespeichert werden nur Samenspenden, die im Rahmen einer ärztlich unterstützten künstlichen Befruchtung eingesetzt wurden - nicht aber private Samenspenden.

    Von
    • Marc Strucken
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