BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite
© Bayern 2
Bildrechte: dpa-Bildfunk/Soeren Stache

Trotz aktueller Umfragewerte von 14 bis 16 Prozent sieht Olaf Scholz sich und seine Partei auf einem guten Weg ins Kanzleramt. Der SPD-Kanzlerkandidat spricht sich deutlich für die Grünen als Wunsch-Koalitionspartner auf Bundesebene aus.

69
Per Mail sharen
  • Artikel mit Audio-Inhalten

SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz: Gute Zustimmungswerte nutzen

Trotz aktueller Umfragewerte von 14 bis 16 Prozent sieht Olaf Scholz sich und seine Partei auf einem guten Weg ins Kanzleramt. Der SPD-Kanzlerkandidat spricht sich im BR-Interview für die Grünen als Wunsch-Koalitionspartner auf Bundesebene aus.

69
Per Mail sharen
Von
  • Kerstin Grundmann

Bundesfinanzminister und SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz sagte im Interview mit der Bayern 2-radioWelt in Hinblick auf die Bundestagswahl im September:

"Ich bin ganz sicher, dass die guten Zustimmungswerte, die ich als Person öffentlich habe, auch der SPD nutzen werden." OlaF Scholz

Dass er derzeit in den Umfragewerten weit hinter den Kanzlerkandidaten Annalena Baerbock (Grüne) und Armin Laschet (CDU) liegt, nimmt Scholz kämpferisch, das Rennen sei noch nicht gelaufen: "Jetzt werden wir noch viel Auf und Ab erleben. Jetzt ist doch die Zeit, wo die Bürgerinnen und Bürger allmählich den Blick nach vorne richten, wo wir Corona, wenn es gut läuft, ein bisschen hinter uns lassen."

Von einer Unterstützung, etwa in Form eines Schattenkabinetts, hält Scholz nichts: "Das ist eine Witznummer. Wenn man mal in die Geschichte schaut, wer aus einem Schattenkabinett je Minister geworden ist, dann würde man sich mit Händen und Füßen wehren, Mitglied eines Schattenkabinetts werden zu wollen."

Die Grünen als Wunschpartner

Als Koalitionspartner wünscht sich Scholz die Grünen:

"Wir wollen ja eine Regierung bilden und da wären die Grünen schon ein sehr guter Koalitionspartner." Olaf Scholz

Den derzeitigen Koalitionspartner CDU/CSU kritisierte der SPD-Kanzlerkandidat deutlich, er wolle "jetzt das Tempo vorgeben". Jetzt müsse mal ein Sozialdemokrat Kanzler werden und die SPD "nicht nur dafür sorgen, dass das Schlimmste verhindert wird und das Notwendige irgendwie mühselig gegen den Koalitionspartner auf den Weg gebracht wird."

Wichtige Punkte im Wahlprogramm

Als die drei wichtigsten Punkte im SPD-Wahlprogramm nannte Scholz einen Mindestlohn von zwölf Euro, die Kindergrundsicherung und: "Ich will dafür sorgen, dass wir es schaffen, den industriellen Wohlstand in zehn, zwanzig Jahren noch zu haben. Dafür brauchen wir einen massiven Ausbau unserer Infrastruktur, was Stromleitungen, die Erzeugung erneuerbarer Energien [...] oder das Breitband- und Mobilfunknetz betrifft. Alles ist nicht auf dem Stand, den man für das 21. Jahrhundert braucht."

Scholz war am Sonntag auf einem digitalen Parteitag mit 96,2 Prozent der Stimmen offiziell als Kanzlerkandidat bestätigt worden.

"Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!