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SPD-Frauen stellen sich gegen Scheuers Fahrradhelm-Kampagne | BR24

© BMVI

Ein Motiv aus der Fahrradhelm-Kampagne des Bundesverkehrsministeriums.

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SPD-Frauen stellen sich gegen Scheuers Fahrradhelm-Kampagne

Die Fahrradhelm-Kampagne aus dem Bundesverkehrsministerium stößt weiter auf scharfe Kritik. Mehrere SPD-Politikerinnen fordern jetzt, dass die Aktion gestoppt wird.

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Die Plakate der Aktion zeigen leicht bekleidete junge Frauen und Männer mit Fahrradhelm, unter anderem auch "Germany's Next Topmodel"-Kandidatin Alicija. Das Motto dazu lautet "Looks like shit. But saves my life" - zu Deutsch: "Sieht scheiße aus, rettet aber mein Leben."

Heftige Reaktionen aus der SPD

Es sei peinlich, dumm und sexistisch, wenn Verkehrsminister Scheuer seine Politik mit nackter Haut verkaufe, erklärte dazu Maria Noichl, die Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratische Frauen in der "Bild am Sonntag". Sie fordert, die Plakate abzuhängen.

Ähnlich äußerten sich auch die stellvertretende Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion, Katja Mast, die Bundestagsabgeordnete Manja Schüle und die frauenpolitische Sprecherin der Fraktion, Josephine Ortleb. Der "Passauer Neuen Presse" sagte Ortleb, es brauche weder Frauen als Objekte, noch nackte Haut oder Sexismus, um junge Menschen auf Sicherheit im Radverkehr aufmerksam zu machen. Die Kampagne zeige, dass die Bundesregierung dringend eine Gleichstellungsstrategie benötige.

Kritik auch von der Familienministerin und den Grünen

Auch Familienministerin Franziska Giffey hat sich mittlerweile in die Diskussion eingeschaltet. Sie postete auf Facebook ein Bild von sich - vollständig bekleidet und mit Helm ausgestattet auf ihrem Fahrrad. Dazu schreibt Sie: "Lieber Andreas Scheuer, Mit Helm geht auch angezogen!"

Unterstützung erhalten die SPD-Frauen auch aus den Reihen der Grünen. Stefan Gelbhaar, der Sprecher für Radverkehr der Bundestagsfraktion, sagte der "Bild am Sonntag", Statt auf sexistische Werbung zu setzen, solle Scheuer endlich ernsthaft für Verkehrssicherheit auf den Straßen sorgen.

Verkehrsministerium steht zu seiner Kampagne

Auch im Internet hatte die Fahrradhelm-Kampagne viel Spott und Kritik ausgelöst. Das Ministerium verteidigt die Aktion dagegen. Hauptzielgruppe seien junge Frauen und Männer, die aus ästhetischen Gründen keine Helme trügen. Die erste Auswertung der Einschaltquoten - mit 1,78 Millionen Zuschauern zwischen 14 und 49 Jahren - bestätige, dass diese Zielgruppe gut erreicht worden sei. Zwar könne man die Einwände von verschiedenen Seiten nachvollziehen, stehe aber hinter den Motiven.

© BR

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