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Spannung garantiert: Irland wählt | BR24

© picture alliance / empics

Wahlkampfsendung im irischen TV

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    Spannung garantiert: Irland wählt

    In Irland wird ein neues Parlament gewählt und Regierungschef Leo Varadkar muss um seine Wiederwahl bangen. Derzeit führt die republikanische Sinn-Fein-Partei mit 25 Prozent. Varadkars Fine Gael liegt mit 20 Prozent nur an dritter Position.

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    Keine Krise an der irisch-nordirischen Grenze trotz Brexit, die Republik geschützt vom breiten Kreuz einer standhaften EU, und die Wirtschaft wächst wie keine andere in Europa: Eigentlich eine ideale Bilanz für die regierende Fine Gael, um voller Kraft in Neuwahlen zu gehen. Und Premierminister Leo Varadkar wird nicht müde zu betonen, dass er weiterhin genau der richtige für dieses Amt ist.

    "Die Botschaft für unsere irischen Bauern, unsere Fischereindustrie und die 200.000 Menschen, deren Jobs am Handel mit Großbritannien hängen, lautet: Der Brexit ist keineswegs erledigt." Premierminister Leo Varadkar

    Das Problem für Varadkar ist: Der Brexit hat im irischen Wahlkampf kaum eine Rolle mehr gespielt. Die Krise auf dem Wohnungsmarkt, das marode Gesundheitssystem und eine Anhebung des Rentenalters: Das sind die Themen, die den Wahlkampf dominiert haben. Manche sagen: Schon die Wohnungsmarktkrise ist so groß, dass die Leute allein deswegen zur Wahl gehen werden.

    Politische Gegner liefern sich Kopf-an-Kopf-Rennen

    In den Umfragen liegen die beiden traditionellen Regierungsparteien Fine Gael – das ist die Partei von Leo Varadkar – und Fianna Fail nahezu gleichauf. Inhaltlich unterscheiden sie sich kaum. Die Trennung ist auf Umstände während der Gründung der Republik vor mehr als 100 Jahren zurückzuführen. Micheál Martin ist der Oppositionsführer, er war früher auch schon mehrfach Minister und betont vor allem die Regierungsfähigkeit von Fianna Fail.

    "In den vergangenen neun Jahren hat unsere konstruktive Rolle als Opposition sehr viel Anerkennung gefunden. Wir haben die Minderheitsregierung von Leo Varadkar während des ganzen Brexit-Prozesses unterstützt, weil wir fanden, dass Irland in dieser Zeit eine funktionierende Regierung braucht." Micheál Martin, Herausforder der Fianna Fail

    Unberechenbare Rolle von Sinn Fein

    Die große Unbekannte dieser Wahl ist Sinn Fein. In den jüngsten Umfragen liegt sie mit den beiden konservativen Parteien gleichauf, teilweise sogar vor ihnen. Sinn Fein steht links, greift viele soziale Themen aus dem Wahlkampf auf und will so bald wie möglich ein Referendum zur Vereinigung Irlands mit Nordirland. Vor allem die jüngeren fänden das aufregend, weil die Partei dann die Dinge reparieren könnte, die nicht funktionierten, sagt Spitzenkandidatin Mary Lou McDonald.

    "Umstritten ist Sinn Fein aber vor allem wegen der Beziehungen zur Terror-Organisation IRA, deren politischer Arm sie lange Zeit war. Fine Gael und Fianna Fail haben eine Zusammenarbeit mit Sinn Fein kategorisch ausgeschlossen. Auf der Straße sagen manche, dass grade junge Menschen eher nach aktuellen politischen Gesichtspunkten entscheiden, die Vergangenheit sei da nicht so wichtig." Mary Lou McDonald, Spitzenkandidatin

    Andere sind skeptischer. Mit einer absoluten Mehrheit kann keine der Parteien rechnen. Deshalb steht in Irland eine schwierige Regierungsbildung bevor. Beim letzten Mal dauerte dies mehr als zwei Monate.

    "Sie sind die Stimme der Linken geworden, aber ihre Geschichte macht es für viele schwierig, das zusammenzubringen: die fortschrittliche Politik und die blutige Vergangenheit." Stimme eines Passanten