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Spanische Westküste: Orca-Wale greifen Segelboote an | BR24

© Oliver Neuroth / ARD

Spanische Westküste: Orca-Wale greifen Segelboote an

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Spanische Westküste: Orca-Wale greifen Segelboote an

Es klingt nach einer netten Begegnung, wenn sich Orca-Wale Segelbooten nähern. Wenn die Wale das Boot aber angreifen, wird es ungemütlich. Genau das ist vor der spanischen Westküste passiert - inzwischen fünf Mal in den letzten beiden Wochen.

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Erst lacht die Crew eines Segelschiffs der spanischen Marine, als sie sieht, dass mehrere Orcas rund um ihr Boot schwimmen. Doch die schwarz-weißen Wale kommen immer näher, stoßen an den Rumpf, lassen das Schiff hin und her schaukeln. Die Stimmung an Bord wird angespannter. Und plötzlich merkt der Mann am Steuerrad, dass es nicht mehr reagiert. Ein Orca fresse das Ruder auf, sagt ein Crewmitglied. Wie sich später herausstellt, hat der Wal es tatsächlich stark beschädigt und das Schiff damit manövrierunfähig gemacht.

Wale rammen Ruder der Boote

Der Vorfall ereignete sich vor gut zwei Wochen vor der Küste Galiciens im Nordwesten Spaniens. In diesem Bereich, außerdem weiter südlich nahe der Straße von Gibraltar, spielten sich auch die vier weiteren Orca-Attacken in den vergangenen Tagen ab. Teils hätten sich die Angriffe der Wale über eine Stunde hingezogen, berichten Besatzungsmitglieder, sie hätten Angst gehabt. In allen Fällen rammten die Tiere die Ruder von Segelbooten, so dass sie von der Küstenwacht in nahegelegene Häfen geschleppt werden mussten.

Biologe vermutet Spieltrieb als Auslöser

Meeresbiologe und Delfinforscher Bruno Díaz hält es für möglich, dass eine einzige Gruppe Orcas hinter den Zwischenfällen steckt. Er glaubt, dass es junge Tiere sind, die mit den Rudern der Schiffe spielen wollten, weil es der Teil eines Segelboots ist, der sich unter Wasser bewegt. Orcas kämen im Spätsommer oft auf ihrem Weg in den Norden an der galicischen Küste vorbei, so Díaz. Dort machten sie vor allem Jagd auf Thunfische.

Ungewöhnlich viele Orcas vor spanischer Küste

Das bedeutet aber nicht, dass jedes Jahr so viele Orcas gesichtet werden wie in diesem. Zuletzt war das 2015 der Fall. Die britische Zeitung "The Guardian“ schreibt, die aktuellen Vorfälle hätten für Verwirrung bei Wissenschaftlern gesorgt; offenbar löse auch der Lärm der vielen Schiffe an der Atlantikküste Stress bei den Tieren aus.

Gefahr durch hohes Gewicht der Wale

Orcas gehören zur Familie der Delfine. Sie sind die größten mit einer Länge von bis zu zehn Metern. Ihr Gewicht kann ebenso viele Tonnen betragen. Daher besteht ein Risiko, wenn Orcas auf Segelboote treffen. Wenn sie aus dem Wasser in die Höhe springen und auf dem Deck eines Schiffs landen, dürfte das dem Gewicht kaum standhalten. Bruno Díaz rät Seglern, ihr Boot nach Möglichkeit zu stoppen, wenn Orcas auftauchen. Der Meeresbiologe sagt: "Warten, Ruhe bewahren, dann schwimmen die Tiere weiter und die Gefahr ist gebannt.“

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