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Spanien-Urlauber kehren gelassen aus dem Risikogebiet zurück | BR24

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Sie sind in den Urlaub gestartet und aus einem Risikogebiet zurückgekehrt. So geht es derzeit vielen Spanien-Urlaubern, die am Münchner Flughafen landen. Doch es überwiegt Gelassenheit

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Spanien-Urlauber kehren gelassen aus dem Risikogebiet zurück

Rückkehrer aus Spanien nehmen die Corona-Testpflicht und die Quarantäneverordnung infolge der Reisewarnung gelassen hin. Die spanische Tourismus-Branche leidet stark. Gesundheitsminister Spahn äußert Verständnis, sieht aber keinen anderen Weg.

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Nach der Reisewarnung durch das Auswärtige Amt für das spanische Festland und die Balearen vom Freitag sind auch am Sonntag wieder zahlreiche Urlauber nach Deutschland zurückgekehrt. Die Rückkehrer müssen sich binnen drei Tagen auf das Coronavirus testen lassen und sich in häusliche Quarantäne begeben, bis ein negatives Testergebnis vorliegt. Die meisten Rückkehrer haben sich direkt an der Test-Station am Flughafen kostenlos testen lassen und beschreiben das Prozedere als weitgehend unkompliziert und zügig.

Man müsse seine Daten über einen QR-Code abgeben und komme dann ohne Umstände schnell dran, berichtet eine Rückkehrerin. An der Test-Station wird ein Abstrich gemacht, das Ergebnis soll nach 48 Stunden kommen - doch nicht alle rechnen damit, dass es so schnell geht. Viele der Rückkehrer hat die Reisewarnung erst erreicht, als sie bereits in Spanien waren. Die Reisewarnung betrifft das spanische Festland und die Balearen, also auch die beliebten Urlaubsziele Mallorca und Ibiza.

Spanische Tourismus-Branche vor unlösbaren Problemen

Besonders in Mallorca steht die Tourismus-Branche nach der deutschen Reisewarnung jetzt vor schier unlösbaren Problemen. Hotelunternehmer auf Mallorca machen sich nach der deutschen Reisewarnung auf das Schlimmste gefasst. "Ich bin zum Schließen verurteilt. Mein einziger Kunde ist Tui. Wenn das Hotel in einer Woche geleert wird, muss ich in zehn Tagen dicht machen", zitiert die Zeitung "Diario de Mallorca" einen Hotelier an der Playa de Palma. Diese Gegend mit ihren vielen Hotels werde ohne die deutschen Urlauber ihren Sinn und ihre Bedeutung verlieren.

"In einer Woche oder in zehn Tagen ist hier alles leer", zitiert die Zeitung einen anderen Unternehmer. Mit dem deutschen Veto gegen Reisen nach Mallorca hätten sich die schlimmsten Befürchtungen bewahrheitet. Für den Tourismus sei das ein "Todesstoß", schreibt die Zeitung.

Der Einbruch im Tourismusgeschäft ist schon jetzt historisch. Im vergangenen Rekord-Jahr kamen mehr als 16 Millionen in- und ausländische Urlauber auf die Balearen-Inseln, zu denen Mallorca und Ibiza gehören. Die Einnahmen lagen bei mehr als 16 Milliarden Euro. Dieses Jahr lagen die Einnahmen noch Ende Mai wegen des Lockdowns nahe Null - die Zeit zwischen dem Ende des Lockdowns und der neuen Reisewarnung war nur ein Tropfen auf den heißen Stein.

Keine Reisewarnung für die Kanarischen Inseln

Am Münchner Flughafen machen sich aber durchaus auch Urlauber Richtung Spanien auf den Weg - allerdings fliegen viele von ihnen auf die Kanarischen Inseln Teneriffa, Gran Canaria oder La Palma. Die Inselgruppe vor der Westküste Afrikas ist die einzige spanische Region, die nicht zum Risikogebiet erklärt wurde. Viele Urlauber befürchten allerdings, dass die Reisewarnung während ihres Urlaubsaufenthaltes weiter ausgedehnt werden könnte.

Reiseveranstalter wie Tui haben die Reisen nach Spanien abgesagt. Den Kunden würden Umbuchungen zu anderen Reisezielen angeboten, zum Beispiel auf die Kanarischen Inseln, sagte ein Sprecher.

Spahn betont: Reisewarnung ist kein Reiseverbot

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) äußerte Verständnis für die schwierige Lage, blieb in Sachen Risikogebiet und Reisewarnung aber hart. Er wisse, was diese Entscheidung der Regierung für viele Urlauber, für Reisebüros oder auch für Spanien bedeute, sagte der Minister am Samstag. "Aber leider steigen die Infektionszahlen dort stark, zu stark." In der ARD betonte Spahn, eine Reisewarnung sei kein Reiseverbot. Man könne und solle den Urlaub auch fortsetzen, jedoch wachsam sein, Abstand halten, Hygieneregeln beachten und in bestimmten Situationen Alltagsmasken tragen. "Das Virus macht keine Ferien. Deswegen müssen wir in den Ferien, im Urlaub auch gut aufeinander aufpassen."

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