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Wegen hoher Infektionszahlen hat Spanien den Gesundheitsnotstand ausgerufen. Dieser gilt zunächst für 15 Tage, soll aber nach dem Willen der spanischen Regierung bis zum 9. Mai verlängert werden.

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Coronavirus: Spanien ruft Gesundheitsnotstand aus

Wegen hoher Infektionszahlen hat Spanien den Gesundheitsnotstand ausgerufen. Dieser gilt zunächst für 15 Tage, soll aber nach dem Willen der spanischen Regierung bis zum 9. Mai verlängert werden.

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Von
  • Marc Dugge
  • Ulrich Möller-Arnsberg

Angesichts weiterhin hoher Infektionszahlen befindet sich Spanien erneut im Gesundheitsnotstand. Wie Regierungschef Pedro Sanchez in einer Fernsehansprache erklärte, gelten zunächst für 15 Tage verschärfte Bedingungen, um die Corona-Lage in den Griff zu bekommen.

"Die Situation, die wir durchleben, ist extrem", sagte Sanchez nach einer Sondersitzung seines Kabinetts. Der Gesundheitsnotstand sei "das wirksamste Werkzeug, um die Ansteckungskurve zu bremsen". Die nächtliche Ausgangssperre gelte grundsätzlich von 23.00 Uhr bis 06.00 Uhr morgens, doch könne in den Regionen je nach Lage von diesen Zeiten leicht abgewichen werden.

Keine Feiern nach dem Schließen der Bars

Ab sofort gilt eine nächtliche Ausgangssperre zwischen 23.00 und 6.00 Uhr. In diesem Zeitraum dürfen sich die Bürger nur mit triftigem Grund auf der Straße bewegen. Außerdem dürfen sich maximal sechs Personen in privaten Haushalten treffen. So will die Regierung verhindern, dass sich Menschen in größeren Zahlen zu Feiern zuhause treffen, nachdem Bars und Restaurants geschlossen haben.

Ausnahme Kanarische Inseln

Ausgenommen von den Regelungen sind nur die Kanarischen Inseln, wo derzeit weitaus weniger Infektionen verzeichnet werden. Die verschiedenen Regionen Spaniens bekommen die Möglichkeit, die Regeln nach ihren Bedürfnissen anzupassen. So können sie etwa die Sperrstunde um bis zu eine Stunde nach vorne oder nach hinten legen. Außerdem können sie ihr Gebiet bei Bedarf abriegeln, um der Ausbreitung der Infektionen Herr zu werden.

Sanfter als im Frühjahr

Spanien ist eines der am schwersten von der Corona-Pandemie betroffenen Länder. Fast 35.000 Menschen sind dort bereits im Zusammenhang mit einer Coronavirus-Infektion gestorben. Als erstes Land der EU hatte Spanien am vergangenen Mittwoch die Marke von einer Million registrierter Corona-Infektionen gemeldet. Bereits während der ersten Infektionswelle im März hatte die spanische Zentralregierung den Gesundheitsnotstand ausgerufen. Er dauerte bis Juni. Die neuen Regelungen sind weitaus sanfter.

Bestes Mittel zur Eindämmung der Pandemie

Danach kann die Regierung die Bewegungsfreiheit der Bürger einschränken. Ministerpräsident Sanchez nannte die Notstandsmaßnahme das beste Mittel, um die Pandemie unter Kontrolle zu bekommen. Er möchte, dass der Alarmzustand bis zum 9. Mai verlängert wird. Dafür braucht er allerdings die Mehrheit im Parlament.

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