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Spanien ist Hochinzidenzgebiet - und der Familienurlaub?

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Spanien ist Hochinzidenzgebiet - und der Familienurlaub?

Spanien ist jetzt ein Hochinzidenzgebiet – und das direkt vor den Ferien. Wer nicht geimpft oder genesen ist, muss nach der Rückkehr aus dem Urlaub in Quarantäne. Gerade Familien trifft dies hart, denn auch Kinder sind hiervon nicht ausgenommen.

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Von
  • Petra Zimmermann

Die Bundesregierung stuft mit Spanien das beliebteste Urlaubsland der Deutschen von Dienstag an als Corona-Hochinzidenzgebiet ein. Auch die Niederlande fallen dann in diese Kategorie, die verschärfte Auflagen bei der Rückreise nach Deutschland vorschreibt, wie das Robert Koch-Institut am Freitag bekannt gab. Die Entscheidung folgt auf einen deutlichen Anstieg der Infektionszahlen in beiden Ländern in den vergangenen Wochen.

Quarantäne-Regelung gilt auch für Kinder

Wer aus einem Hochinzidenzgebiet nach Deutschland zurückkehrt und nicht vollständig geimpft oder genesen ist, muss für zehn Tage in Quarantäne - dies gilt auch für Kinder. Nach frühestens fünf Tagen kann die Isolation durch einen negativen Test beendet werden. Die neuen Einstufungen können ungeimpfte Urlauber vor die Entscheidung stellen, ob sie die Reise antreten oder fortsetzen. Denn gerade Familien trifft die neue Regelung hart - viele Kinder sind noch nicht geimpft, jüngere können derzeit überhaupt nicht geimpft werden.

Kritik vom Reiseverband: Urlaubspläne werden zunichte gemacht

Der Reiseverband DRV kritisierte die Entscheidung der Bundesregierung. Dies mache mitten in der Ferienzeit "zahlreichen Reisenden und insbesondere vielen Familien mit Kindern die Urlaubspläne zunichte", sagte DRV-Präsident Norbert Fiebig. Die von der Corona-Krise hart getroffene Reisewirtschaft befürchtet, dass eine drohende Quarantäne Menschen verunsichert, die gerade im Urlaub sind oder kurz davor stehen.

Auch die Lage in den Krankenhäusern berücksichtigen

Fiebig forderte: "Wir müssen weg von der reinen Inzidenzbetrachtung bei der Einstufung von Zielgebieten." Stattdessen sollte die tatsächliche regionale Gefährdungslage für Reisende sowie die konkrete Belastung des Gesundheitssystems in den Mittelpunkt der Überlegungen gerückt werden. Eine ähnliche Forderung kam auch aus spanischen Regierungskreisen in Madrid. Es müssten auch die Lage in den Krankenhäusern und die Impfkampagne berücksichtigt werden.

Vor allem junge Menschen stecken sich derzeit an

Seit Ende Juni sind die Corona-Zahlen praktisch überall in Spanien rapide in die Höhe geschossen. Es infizierten sich vor allem junge, ungeimpfte Menschen infizierten sich bei Partys und Musikfestivals, meist mit der ansteckenderen Delta-Variante. Binnen eines Monats wurden rund 475.000 Neuinfektionen gezählt, die Sieben-Tage-Inzidenz stieg von 42 im Juni auf jetzt 333.

Viele Infektionen - wenig schwere Verläufe

Aber auch die Impfkampagne zeigt Wirkung. 70 Prozent der 47 Millionen Einwohner haben mindestens eine Corona-Impfung verabreicht bekommen, 52,8 Prozent sind vollständig geimpft. Während die Infektionszahlen förmlich explodierten, stieg die Zahl der Corona-Patienten in den Krankenhäusern nur von gut 2.800 auf jetzt 7.600. Die Corona-Todesfälle binnen sieben Tagen nahmen von 59 auf 78 zu.

Reisebranche: Achterbahnfahrt für Unternehmen und Touristen

Aber in der Tourismusbranche herrscht dennoch Alarmstimmung. Unternehmen und Touristen befänden sich auf einer Achterbahnfahrt, klagte die Präsidentin des Verbandes der Hoteldirektoren auf den Balearen (AEDH), Alicia Reina. Die Unternehmen würden sich ständig schnell auf neue Situationen einstellen, während die Politik Maßnahmen gegen Infektionen oft zu langsam ergreife. Auf europäischer Ebene müssten die Geimpften von Beschränkungen befreit werden. Deshalb sei die Entscheidung, Spanien zum Hochinzidenzgebiet zu erklären, richtig. Denn sie privilegiere die Geimpften.

Der Tourismus ist für Spanien enorm wichtig. In normalen Zeiten trägt die Branche mehr als zwölf Prozent zum Bruttoinlandsprodukt bei, auf den Balearen sowie auf den Kanaren sind es sogar rund 35 Prozent. Die Branche sichert Hunderttausende Arbeitsplätze.

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Schluss mit Party: Aufgrund der hohen Corona-Inzidenzzahlen hat die Polizei in Palma de Mallorca die Strände nachts geräumt. Zuletzt wurde Spanien von der Bundesregierung als Hochinzidenzgebiet eingestuft.

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