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Spahns Pläne für Corona-Massentests in Kliniken und Pflegeheimen | BR24

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Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will die geplante Ausweitung der Corona-Tests schnell voranbringen. Doch die gesetzlichen Kassen wollen nicht auf den Kosten sitzen bleiben.

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Spahns Pläne für Corona-Massentests in Kliniken und Pflegeheimen

Gesundheitsminister Jens Spahn hat angekündigt, in Krankenhäusern und Pflegeheimen vorsorgliche Corona-Reihentests auf den Weg zu bringen. Der Minister will noch im Mai eine entsprechende Verordnung vorlegen. Profitieren sollen nicht nur Mitarbeiter.

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Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat seine Vorstellungen über künftige Corona-Tests in Pflegeeinrichtungen konkretisiert. "Wenn Patienten und Bewohner aufgenommen oder verlegt werden, sollten Sars-CoV-19-Tests die Regel sein", sagte Spahn im Interview mit der "WELT". "Mein Ziel ist es, noch im Mai eine Verordnung vorzulegen, die präventive Reihen-Tests in Krankenhäusern und Pflegeheimen ermöglicht."

Im Falle einer Infektion in der Einrichtung soll zudem beim gesamten Personal sowie bei allen Bewohnern und Patienten vorsorglich ein Abstrich gemacht werden. Auch symptomlose Kontaktpersonen von Infizierten sollen erstmals Anspruch auf Testung haben.

Krankenkassen zur Finanzierung verpflichtet

Mit der Verordnung definiert Spahn Kriterien, bei denen die gesetzlichen Krankenkassen zu einer Übernahme der Kosten verpflichtet sind. Der Minister begründete die Neuregelung mit ungenutzten Testkapazitäten. "Vergangene Woche sind deutschlandweit 425.000 Tests durchgeführt worden. Aber die Testkapazität ist mehr als doppelt so groß."

Darüber hinaus will Spahn künftigen Engpässen an Schutzkleidung langfristig vorbeugen. Das Bundesgesundheitsministerium beginne mit dem "Aufbau einer dauerhaften nationalen Reserve an medizinischer Schutzausrüstung", sagte der CDU-Politiker. "Diese Reserve gewährleistet Sicherheit für mehrere Monate, damit wir nicht noch einmal in eine Lage wie im Februar und März kommen, als selbst für das medizinische Personal nicht genügend Masken und Handschuhe vorhanden waren."

"Der Hof ist voll" - und bleibt es offenbar auch

Zugleich verwies er auf eine aktuell entspannte Situation bei der Versorgung mit Schutzmaterial. "Wir sind sogar schon so weit, dass mehrere kassenärztliche Vereinigungen sagen: Der Hof ist voll, bitte nicht mehr liefern", sagte Spahn. "Das führt dazu, dass wir die tägliche Lieferung an die Länder und kassenärztlichen Vereinigungen Mitte des Jahres beenden werden."

Wie Recherchen von WDR, NDR und "Süddeutscher Zeitung" allerdings ergeben haben, läuft bei weitem nicht alles reibungslos. Laut den Recherchen haben sich in den Lagern des Gesundheitsministeriums inzwischen nämlich mehr als 130 Millionen FFP2-Masken angehäuft – und sie kommen teilweise nicht dort an, wo sie dringend gebraucht werden, nämlich in Arztpraxen, Kliniken und Pflegeeinrichtungen.

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BR-Reporterin Katrin Schirner zu den geplanten Corona-Massentests.

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