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Coronavirus: Spahn sieht "Beginn einer Epidemie in Deutschland" | BR24

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Nach den neuen Infektionen mit dem Coronavirus in Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg sieht Bundesgesundheitsminister Jens Spahn Deutschland vor einer Epidemie. Die Infektionsketten seien teilweise nicht mehr nachvollziehbar, so Spahn.

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Coronavirus: Spahn sieht "Beginn einer Epidemie in Deutschland"

Angesichts der neuen Fälle von Corona-Infizierten erwartet Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) eine deutlich stärkere Ausbreitung des Coronavirus in Deutschland. Er sprach vom "Beginn einer Corona-Epidemie", warnte aber vor Panik.

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Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sieht Deutschland "am Beginn einer Coronavirus-Epidemie". Wie der Minister mitteilte, erwartet er eine deutlich stärkere Verbreitung des neuartigen Virus in Deutschland. "Die Infektionsketten sind teilweise - und das ist eine neue Qualität - nicht nachzuvollziehen", erklärte Spahn in Berlin. Es gäbe eine Vielzahl an Personen, die mit Erkrankten Kontakt hatten. Spahn rief die Bürger zu Wachsamkeit auf, warnte aber zugleich vor Panikmache.

Treffen mit Länderkollegen ist geplant

Vor diesem Hintergrund sei es fraglich, ob "unsere bisherige Strategie, das Virus einzugrenzen und Infektionsketten zu beenden, auch weiterhin aufgeht", so Spahn. Er habe die Gesundheitsminister der Länder in einer Telefonkonferenz aufgefordert, ihre Landespandemiepläne "zu aktivieren und ihr mögliches Inkrafttreten vorzubereiten."

Pandemiepläne auch für Krankenhäuser

Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen, Rettungsdiensten und Unternehmen verfügen ebenfalls über Pandemiepläne. Diese sollten auch aktualisiert werden. Derzeit sei Deutschland in der im Pandemieplan vorgesehenen Phase, möglichen Infektionen frühzeitig zu erkennen, sowie alle Kontaktpersonen zu ermitteln. Es könne aber die Phase eintreten, in der dies nicht mehr funktioniere und nicht alle Kontakte ermittelt werden könnten.

In den Pandemieplänen seien auch Vorgaben enthalten, wie die Bevölkerung und wie Ärzte und Pfleger zu informieren seien. Auch ein ärztlicher Bereitschaftsdienst sei unter der Rufnummer 116 117 vorbereitet.

Bei Verdacht: Lieber ein Test zu viel als zu wenig

Spahn rief die Bevölkerung dazu auf, nicht bei jedem Husten zum Arzt zu gehen. Wenn ein Bürger innerhalb von 14 Tagen nach einer Reise in ein Risikogebiet Symptome wie Fieber, Husten oder Atemnot zeige oder Kontakt mit einer Person hatte, die in einem dieser Gebiete war, solle er aber seinen Hausarzt anrufen. Lieber solle bei vorhandener Symptomatik oder bei Verdacht ein Test mehr gemacht werden, als einer zu wenig. Für Reisen sieht Spahn jedoch zurzeit keine Beschränkungen: Dies sei zum jetzigen Zeitpunkt nicht angemessen oder verhältnismäßig.