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Spahn stellt Impfstrategie vor | BR24

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Es ist noch nicht genug Corona-Impfstoff für alle da. Wer wann geimpft werden kann, legt nun Bundesgundheitsminister Spahn in einer Verordnung fest. Zuerst sollen die Alten geschützt werden.

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Spahn stellt Impfstrategie vor

Gesundheitsminister Spahn will heute die Verordnung zum Ablauf der Corona-Impfungen unterschreiben. Einem Bericht nach zu urteilen folgt er dabei nicht komplett den Empfehlungen der Impfkommission - statt fünf Kategorien soll es nur drei geben.

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Von
  • BR24 Redaktion

Als Rechtsgrundlage für die Priorisierung bei den Corona-Impfungen will Bundesgesundheitsminister Jens Spahn heute eine Impfverordnung unterzeichnen. In einer Pressekonferenz um 11.00 Uhr will der CDU-Politiker darüber informieren, welche Personengruppen zuerst geimpft werden sollen. Die Verordnung soll die Grundlage für die voraussichtlich am 27. Dezember beginnenden Impfungen sein.

Drei Kategorien statt der empfohlenen fünf

Wie das Redaktionsnetzwerk Deutschland unter Berufung auf den Verordnungstext berichtete, folgt Spahn dabei offenbar nur teilweise den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (Stiko) beim Robert Koch-Institut. In seiner Verordnung seien nur drei Gruppen aufgeführt, die hintereinander geimpft werden sollen. Die Stiko hatte fünf Kategorien vorgeschlagen.

Schutzimpfungen mit höchster Priorität sollen demnach Menschen ab dem 80. Lebensjahr sowie Pflegekräfte mit sehr hohem Infektionsrisiko erhalten. Auch Pfleger, deren Patienten ein hohes Risiko für einen schweren oder tödlichen Krankheitsverlauf haben, zählen zu dieser Gruppe.

Zur zweiten Kategorie mit hoher Priorität zählen dem Bericht zufolge alle Menschen ab 70 Jahren sowie Menschen mit einem hohen Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf. Auch enge Kontaktpersonen von Pflegebedürftigen und Schwangeren dürften sich dann impfen lassen, dasselbe gilt für Menschen in Asyl- oder Obdachlosenunterkünften.

Die dritte Gruppe soll alle Menschen ab 60 Jahren oder mit erhöhtem Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf beinhalten. Auch Mitarbeiter "in besonders relevanten Positionen in staatlichen Einrichtungen", wie etwa in den Regierungen, bei der Polizei, Feuerwehr, im Bildungssektor und in der Justiz sollten dann geimpft werden.

Bei Spahns Entwurf kann innerhalb der Gruppen priorisiert werden

Anders als von der Stiko vorgeschlagen, ermöglicht es der Entwurf von Spahn, auch innerhalb der Gruppen zu priorisieren. Die Verordnung sieht zudem vor, dass Impfwillige anhand von Dokumenten oder ärztlichen Bescheinigungen nachweisen müssen, dass sie zu einer der Gruppen zählen.

Höhere Einordnung von Ärzten gefordert

Ärztepräsident Klaus Reinhardt forderte eine bevorzugte Impfung auch von niedergelassenen und ambulant tätigen Ärzten. Es sei für die Bewältigung der Pandemie "riskant", wenn diese Ärzte in der Prioritätenliste "weiter unten" stünden, sagte er der "Rheinischen Post".

Die Arztpraxen bildeten "einen wichtigen Schutzwall für die ohnehin schon stark belasteten Kliniken", betonte der Präsident der Bundesärztekammer. Dieser Wall dürfe "keine Risse" durch krankheitsbedingte Ausfälle bekommen. Deshalb müssten die niedergelassenen Ärzte und ihre Mitarbeiter "so frühzeitig wie möglich" geimpft werden. Besonderen Schutz benötigten auch ambulant tätige Ärzte. Sie stünden bei der Versorgung von Corona-Infizierten in der ersten Reihe.

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