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Spahn verschärft Schutz vor Konversionstherapien | BR24

© pa/dpa/

Konversionstherapien können schwerwiegenden psychischen Belastungen führen

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    Spahn verschärft Schutz vor Konversionstherapien

    Ihre Methoden sind fragwürdig und vor den Risiken der sogenannten Konversionstherapien wird gewarnt. Gesundheitsminister Spahn (CDU) will die Behandlungen zur angeblichen Heilung von Homosexualität bei Jugendlichen verbieten.

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    Keine Konversionstherapien für homosexuelle Jugendliche, so will es Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU). Sein Gesetzentwurf, den das Kabinett heute auf den Weg bringen will, wurde noch einmal verschärft. Ausnahmen für Jugendliche zwischen 16 und 18 Jahren seien darin gestrichen, teilte Spahn dem Redaktionsnetzwerk Deutschland vorab mit. Gerade in diesem Alter finden die meisten der umstrittenen Therapieversuche statt.

    Spahn will weitgehendes Verbot

    Der Gesetzentwurf sieht bei einem Verstoß Freiheitsstrafen von bis zu einem Jahr vor. Das Bewerben, das Anbieten und die Vermittlung entsprechender Therapien soll demnach als Ordnungswidrigkeit geahndet werden. Das Verbot soll im Strafrecht verankert werden.

    "Selbst Werbung, das Anbieten und das Vermitteln von Konversionstherapie soll verboten sein. Darauf steht dann ein Bußgeld von bis zu 30.000 Euro", erklärte der Minister. Er setze auf den Abschreckungseffekt: "Momentan werden Schätzungen zufolge in Deutschland jedes Jahr bis zu 2.000 Konversionstherapien durchgeführt."

    Kein Verbot bei Volljährigen

    Konversionstherapien seien "viel zu gefährlich für Leib und Seele, als dass man Graubereiche zulassen dürfte", so Spahn. Erlaubt bleiben sie allerdings für über 18-Jährige, wenn sie sich frei dafür entschieden haben. Laut dem Entwurf sind die Behandlungen für Volljährige grundsätzlich zulässig - es sei denn, Betroffene unterliegen bei ihrer Entscheidung dafür einem "Willensmangel" - bedingt etwa durch Täuschung, Irrtum, Zwang oder Drohung. Wie sich das im Einzelfall nachweisen lässt, ist fraglich.

    Eine Gefahr für Leib und Seele

    In Konversionsbehandlungen wird versucht die homosexuelle Orientierung eines Menschen zu ändern. Diese Therapien zielen also darauf ab, Lesben oder Schwule "umzupolen". Vor allem in den USA, aber auch in Deutschland sind solche Behandlungen verbreitet. Sie reichen von "Therapien" im familiären Umfeld und Sitzungen bei Coaches oder Therapeuten, über Gebete bis hin zur Dämonenaustreibung.

    Betroffene berichten von schweren psychischen Nachwirkungen und sogar von Suizidgedanken in Folge solcher Methoden. Wissenschaftler warnen vor schwerwiegenden Belastungen und bezweifeln die Wirksamkeit. "Homosexualität ist keine Krankheit", so der Bundesgesundheitsminister.