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Spahn über Corona: "Das Virus ist der Spielverderber, nicht ich" | BR24

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ARD Extra zur Corona-Lage in Deutschland

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Spahn über Corona: "Das Virus ist der Spielverderber, nicht ich"

Ist Deutschland gut auf eine zweite Corona-Welle vorbereitet? Bundesgesundheitsminister Spahn gibt sich in einem ARD extra zuversichtlich, tritt beim Thema Lockerungen aber auf die Bremse. Die Virologin Ulrike Protzer empfiehlt, Ruhe zu bewahren.

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Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat sich angesichts steigender Corona-Neuinfektionen gegen weitere Lockerungen im öffentlichen Leben ausgesprochen. Der CDU-Politiker betonte in einem ARD extra, dass die Ministerpräsidenten mit Kanzlerin Angela Merkel Ende August vereinbart hätten, dass es keine weiteren größeren Öffnungsschritte geben solle, "als die Zahlen auch noch niedriger waren als heute".

Spahn appellierte an die Menschen, vor allem beim Feiern vorsichtig zu sein. Denn beim geselligen Beisammensein sei die Gefahr einer Ansteckung mit dem neuartigen Coronavirus sehr hoch. Der Minister betonte in diesem Zusammenhang: "Das Virus ist der Spielverderber, nicht ich."

Spahn: Im Kampf gegen Corona jetzt besser gerüstet

Auch Auslandsreisen sieht der CDU-Politiker kritisch. Spahn warb dafür, den Herbst- oder Winterurlaub in Deutschland zu verbringen. "Wir haben gesehen, mit dem Winterurlaub - Stichwort Ischgl - und jetzt nochmal in den Sommerferien, dass mit dem Reisen, mit der Mobilität auch zusätzliche Infektionsrisiken entstehen." Bayern kämpfe bis heute auch mit den Infektionsherden, die sich daraus ergaben. "Ich denke man kann auch in Deutschland einen schönen Urlaub verbringen", sagte Spahn.

Gleichzeitig wies er darauf hin, dass Deutschland im Kampf gegen das Virus jetzt deutlich besser gerüstet sei als im Frühjahr. "Wir wissen nun wesentlich mehr", sagte Spahn. Außerdem gebe es größere Testkapazitäten, mehr Schutzausrüstung für das medizinische Personal. Auch verfüge die Medizin inzwischen über bessere Behandlungsmethoden für an Covid-19 erkrankte Menschen.

Virologin Protzer warnt vor Panik

Ganz ähnlich beurteilt die Lage die Münchner Virologin Ulrike Protzer. Befragt nach den Gründen für die vielerorts signifikant steigenden Infektionszahlen mutmaßte Protzer, dass viele Menschen wohl im Urlaub zu leichtsinnig gewesen seien. Die Virologin geht davon aus, dass die Infektionszahlen im Herbst und im Winter auf einem hohen Niveau bleiben würden. Da sich die Menschen verstärkt in geschlossenen Räumen aufhielten, sei das Infektionsrisiko allgemein größer.

Die Gefahr, dass die rund 30.000 Intensivbetten in Deutschlands Krankenhäusern nicht ausreichen könnten, sieht Protzer aber nicht. Auch die Testkapazitäten würden reichen. Keine Panik, Ruhe bewahren, gab die Virologin als Appell aus.

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