BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite
© BR
Bildrechte: dpa-Bildfunk/Michele Tantussi

Deutschland ist laut Gesundheitsminister Jens Spahn gut auf die größte Impfkampagne in der Geschichte des Landes vorbereitet.

8
Per Mail sharen
  • Artikel mit Video-Inhalten

Spahn sieht Deutschland gut auf Impfkampagne vorbereitet

"Die Impfzentren sind startklar, die Impfteams stehen": Gesundheitsminister Spahn zufolge ist Deutschland gut auf die größte Impfkampagne in der Geschichte des Landes vorbereitet. Morgen sollen bereits die ersten Impfungen stattfinden.

8
Per Mail sharen
Von
  • Julia Rupprich

Die ersten Impfdosen des Corona-Impfstoffs wurden heute Morgen an insgesamt 27 Standorte in ganz Deutschland verteilt - bereits am Sonntag sollen die ersten Impfungen stattfinden. Laut Gesundheitsminister Jens Spahn sind sie der "entscheidende Schlüssel" zum Sieg über die Pandemie. Ihm zufolge ist Deutschland gut auf die größte Impfkampagne in der Geschichte des Landes vorbereitet. "Die Impfzentren sind startklar, die Impfteams stehen", sagte der CDU-Politiker am Samstag in Berlin.

BR24 sendet morgen live vom Impfstart in Bayern ab 10.30 Uhr.

Spahn: "Wir werden noch einen langen Atem brauchen"

Der Impfstoff sei auch entscheidend dafür, "dass wir unser Leben zurückbekommen", erklärte Spahn. "Diese Nachricht sollte uns Mut machen." Gleichzeitig machte er klar, dass das Coronavirus mit dem Start der Impfaktion noch nicht besiegt ist. "Wir werden einen langen Atem brauchen, um diese Pandemie hinter uns zu lassen."

Er stimmte die Bürger und Bürgerinnen zudem darauf ein, dass angesichts der Größe der Kampagne vielleicht nicht alles sofort ganz glatt laufen wird. "Es wird an der einen oder anderen Stelle auch mal ruckeln, das ist ganz normal."

Ab Mitte 2021 großflächiges Impfangebot möglich

Es könnten nicht alle sofort geimpft werden, so der Gesundheitsminister. Er sei aber zuversichtlich, dass mit der Zulassung weiterer Impfstoffe ab Mitte des kommenden Jahres mit dem Impfen in der Fläche begonnen werden könne. Die Impfung bleibe ein Angebot, kostenlos und freiwillig, betonte Spahn. "Der Herbst und der Winter und auch das Weihnachten des kommenden Jahres sollen nicht mehr im Zeichen dieser Pandemie stehen", meinte er.

Städtetag dämpft Erwartungen

Der Deutsche Städtetag dämpfte die Erwartungen vor dem Impfstart. "Es ist ein Anfang gemacht, aber der Spuk mit dem gefährlichen Coronavirus ist noch nicht vorbei", sagte Städtetagspräsident Burkhard Jung (SPD) den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Die Infektionslage sei derzeit weiterhin besorgniserregend und die Zeit für Massenimpfungen noch nicht gekommen. "Dafür gibt es zunächst viel zu wenig Impfstoff", sagte Jung, der auch Oberbürgermeister von Leipzig ist.

Der FDP-Vorsitzende Christian Lindner sieht Deutschland "nicht ausreichend vorbereitet auf das Impfen". Die FDP hätte sich eine klare gesetzliche Grundlage dafür gewünscht, weil so wichtige Fragen von Leben und Tod auf breitester Grundlage beschlossen werden sollten, sagte Lindner in Berlin. "Bei der Frage der Logistik sollten wir baldmöglichst über die Impfzentren hinaus auch den niedergelassenen medizinischen Bereich nutzen, damit wir schnell vorankommen beim Durchimpfen", mahnte der FDP-Chef.

Erste Impfstoff-Lieferung in Bayern

Im Freistaat nahmen heute Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml und Innenminister Joachim Herrmann die ersten Dosen des Biontech-Impfstoffs in Erlangen im Empfang. Es handele sich um die Hälfte der für den Freistaat bestimmten ersten 9.750 Impfdosen, sagte Huml. Die übrigen Dosen sollten in München ankommen.

Bis Ende des Jahres sollen 1,3 Millionen Impfdosen verteilt werden

Die EU-Kommission hatte den Impfstoff des US-Herstellers Pfizer und seines Mainzer Partners Biontech am Montag zugelassen. Bis Ende des Jahres sollen 1,3 Millionen Dosen verteilt werden, sagte Spahn. Anfang des kommenden Jahres könnten dann bis zu 700.000 Impfdosen pro Woche verfügbar gemacht werden. Werde der Impfstoff des Herstellers Moderna in der EU zugelassen, könnten im ersten Quartal 2021 1,5 zusätzliche Impfdosen bereitgestellt werden, sagte Spahn.

Erste Impfungen am Sonntag

Am Sonntag sollen die ersten mobilen Impfteams ausrücken, um vor allem in Senioren- und Pflegeheimen sowie in Krankenhäusern zu impfen. Neben Heimbewohnern gehören die Mitarbeiter der Heime und medizinisches Personal auf Intensivstationen und in Notaufnahmen zu den ersten, die eine Impfung erhalten. Erst danach werden stufenweise weitere Bevölkerungsgruppen geimpft.

"Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!