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Spahn lädt mexikanische Pflegeausbilder nach Deutschland ein | BR24

© BR/Nadine Bader

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) versucht mit einer Charmeoffensive, mexikanisches Pflegepersonal nach Deutschland zu holen. Deshalb hat er mexikanische Pflegeausbilder eingeladen. Mit großen Erwartungen.

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Spahn lädt mexikanische Pflegeausbilder nach Deutschland ein

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) versucht, mit einer Charmeoffensive, mexikanisches Pflegepersonal nach Deutschland zu holen. Deshalb hat er mexikanische Pflegeausbilder eingeladen - mit großen Erwartungen.

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Laura Morán Peña ist eine der mexikanischen Pflegeausbilder, die im November nach Deutschland kommen werden. Auf Einladung von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn. Die Dozentin unterrichtet an einer Schule für Pflege und Geburtshilfe in Mexiko-Stadt.

Dass Spahn nach Mexiko gekommen ist, um Pflegepersonal anzuwerben, sieht sie durchaus als Chance für einige mexikanische Fachkräfte. Sie denkt, "dass die Zahl der Mexikaner, die sich für den Arbeitsmarkt in Deutschland bereitmachen, aber keine so große ist". Aus ihrer Sicht müssen Menschen, die in ein anderes Land gehen, ein "passendes Profil, Sprachkenntnisse und die Ausbildung haben".

Spahn will Anwerbung aus dem Ausland verstärken

Im November soll die Pflegeausbilderin einen Eindruck von der praktischen Arbeit in der Pflege in Deutschland erhalten und danach bei mexikanischen Pflegekräften Werbung machen für Deutschland. Spahn setzt große Hoffnung in die Anwerbung aus dem Ausland. Eine Staatssekretärin aus dem Bundesgesundheitsministerium war vor kurzem auf den Philippinen, um dort mehr Pflegekräfte für Deutschland zu gewinnen. Im Juli reiste Spahn aus demselben Grund in den Kosovo. Er geht davon aus, dass pro Jahr etwa 1.000 kosovarische Pflegekräfte nach Deutschland kommen könnten.

50.000 bis 80.000 unbesetzte Stellen in der Pflege

Eine konkrete Zielvorgabe für mexikanisches Pflegepersonal nennt er aber nicht. Der Minister spricht von mehreren Hundert mexikanischen Pflegern. "Wir haben einen riesigen Bedarf an Pflegekräften in Deutschland, alleine 50.000 bis 80.000 offene Stellen schon jetzt", sagt Spahn. "Das Geld wäre da, aber der Arbeitsmarkt ist leergefegt. Und deswegen brauchen wir auch Pflegefachkräfte aus anderen Ländern, die bei uns mit anpacken wollen."

Anwerbung soll effizienter werden

Doch die Visaverfahren und die Anerkennung von ausländischen Pflegekräften dauern oft lang. Eine neue Dachorganisation soll deshalb - gefördert vom Bundesgesundheitsministerium - die Antragstellung bei den deutschen Behörden übernehmen. Das Ziel: Die angeworbenen Pflegekräfte sollen drei Monate, nachdem sie einen Antrag gestellt haben, in Deutschland sein. Nach weiteren drei Monaten sollen sie ihre Anerkennung als Fachkraft erhalten. Bisher dauert das gesamte Verfahren laut Ministerium für philippinisches Pflegepersonal etwa zwei Jahre.

Risiko für das mexikanische Gesundheitssystem

Luis Fernando Hernández von der regierungsunabhängigen Stiftung für Gesundheit sieht es kritisch, wenn Krankenschwestern oder Pfleger Mexiko verlassen, um nach Deutschland zu gehen. Er sagt, es könne für Pflegekräfte attraktiv sein, nach Deutschland zu gehen. "Aber für das Gesundheitssystem ist es ein Risiko. Es ist nicht so gut, wenn das ausgebildete Personal das Land verlässt und unseren Mangel noch vergrößert." Denn das Gesundheitssystem in Mexiko sei ohnehin schon unterfinanziert.

Dichte an Pflegekräften in Mexiko geringer

Der Bundesgesundheitsminister räumt zwar ein, dass die Dichte an Pflegekräften gemessen an der Bevölkerungszahl in Mexiko geringer sei als in Deutschland. Aber Spahn argumentiert, der eine oder andere möge vielleicht mal zurückkehren in einigen Jahren und könne dann eben auch eine Bereicherung für das Gesundheits- und Pflegesystem in Mexiko sein.

Aber erst einmal hofft der Minister, dass Pflegekräfte aus Mexiko, dem Kosovo oder den Philippinen sich für Deutschland entscheiden. Damit die Lücke an Pflegepersonal in deutschen Krankenhäusern oder Seniorenheimen nicht mehr ganz so groß ist.