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Bundesgesundheitsminister Spahn.

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    Spahn: Gurgeln könnte Corona-Ansteckungsgefahr mindern

    Womöglich verringere sich durch das Gurgeln von Mundspülungen die Corona-Viruslast im Rachen, sagt der Bundesgesundheitsminister. Klare wissenschaftliche Belege gibt es jedoch bislang nicht.

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    • BR24 Redaktion

    Bundesgesundheitsminister Jens Spahn geht davon aus, dass die Gefahr einer Corona-Ansteckung im Privatbereich womöglich durch Gurgeln verringert werden kann. "Wissenschaftlich belegt ist das noch nicht. Aber die Idee dahinter ist, dass Gurgeln mit Mundspülungen aus in Alkohol gelösten ätherischen Ölen oder sogar Kochsalz die Viruslast im Mund-und-Rachen-Raum senken soll", sagte Spahn der "Neuen Osnabrücker Zeitung".

    Eine explizite Gurgel-Empfehlung wollte Spahn nicht aussprechen, das müsse letztlich jeder selbst wissen. "Aber schaden tut es sicher nicht", sagte der CDU-Politiker. Er selbst gurgele ohnehin regelmäßig.

    Krankenhaushygieniker fordern "Gurgelempfehlung"

    Unlängst forderte die Deutsche Gesellschaft für Krankenhaushygiene (DGKH) von der Politik eine "Gurgelempfehlung" für die Bevölkerung. In einer Stellungnahme der Organisation heißt es, "diese einfach handhabbare Möglichkeit der Prävention" müsse verstärkt genutzt werden, um die Pandemie unter Kontrolle zu bringen. Anwendungsstudien hätten ergeben, dass Mundspülungen mit Kochsalz die Virusausscheidung deutlich verringern und so auch innerhalb von Familien Ansteckungen "signifikant reduziert" werden, schreiben die Krankenhaushygieniker. Sehr gute Ergebnisse wurden demnach auch mit Jodlösungen oder Mundspülungen mit in Ethanol aufgelösten ätherischen Ölen erzielt.

    Gurgeln mit Kochsalzlösungen sei bereits bei der Bekämpfung der Spanischen Grippe 1918 genutzt worden, auch in Japan würden Bürger seit Beginn der Pandemie zum Gurgeln aufgerufen.

    Bislang keine klaren wissenschaftlichen Belege

    International haben sich bereits mehrere wissenschaftliche Studien mit dem Thema beschäftigt. Forscher des sogenannten Cochran-Netzwerks trugen die verfügbaren Informationen zusammen und kamen vorläufig zu dem Schluss: Bisher gibt es keine wissenschaftlichen Belege, dass Mundspüllösungen wirklich sinnvoll sind.

    Sie halten es für wahrscheinlich, dass der Nutzen im Infektionsschutz eher klein ist. Dies müsste dann abgewogen werden gegen die Nebenwirkungen. Denn bei manchen Patienten können Mundspülungen zu allergischen Reaktionen oder zum Verlust des Geschmackssinns führen.

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